3 Mio. $ für Abtreibungsgegner: Microsoft wegen Spenden in der Kritik

Witold Pryjda, 04.08.2022 15:16 Uhr 4 Kommentare
Das Recht auf Abtreibung ist und bleibt in den USA ein brisantes, vor allem nach der Entscheidung des Höchstgerichts, "Roe v. Wade" zu kippen. IT-Firmen positionieren sich zum überwiegenden Großteil als Pro Choice, auch Microsoft. Doch wieso spendet man an Abtreibungsgegner? Roe v. Wade ist eine Grundsatzentscheidung des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten von 1973, die Schwangerschaftsabbrüche als das verfassungsmäßige Recht einer Frau bestätigte. Diese wurde aber Ende Juni dieses Jahres gekippt und während Abtreibungsgegner jubelten, war und ist der Großteil der US-Amerikaner und auch viele IT-Firmen entsetzt und verurteilen diese Entscheidung.

Microsoft ist an sich für das Recht auf Abtreibung

Auch Microsoft: Kurz nach der Entscheidung des Supreme Court teilte man mit: "Microsoft wird auch weiterhin alles tun, um die Rechte seiner Mitarbeiter zu schützen und sie und ihre Angehörigen bei der Inanspruchnahme wichtiger medizinischer Leistungen zu unterstützen, unabhängig davon, wo sie in den USA leben. Diese Unterstützung wird auf die Übernahme von Reisekosten für diese und andere medizinische Leistungen ausgeweitet, wenn der Zugang zur Versorgung in der Heimatregion eines Mitarbeiters eingeschränkt ist." Kurz gesagt: Man wird Mitarbeiterinnen unterstützen, wenn sie aus einem Bundesstaat kommen, in dem eine Abtreibung verboten ist.

Doch nun wurde bekannt, dass Microsoft (und wohlgemerkt auch andere Unternehmen) hier doppelzüngig agiert. Denn gegenüber Bloomberg teilte das Center for Political Accountability (CPA) mit, dass Microsoft seit 2010 rund drei Millionen Dollar an republikanische Gruppen gespendet hat, die sich "beharrlich" für die Abschaffung des Rechts auf Abtreibung einsetzen.

Freilich: Microsoft verteilt seine politischen Spenden an beide politische Lager in den USA, in der Regel versucht man auf diese Weise, seinen Einfluss zu sichern bzw. auszubauen - also klassisches Lobbying. Dennoch fordert nun eine Gruppe an Aktienbesitzern mit dem Namen Tulipshare, dass der Konzern seine politischen Spenden überdenkt und überarbeitet.

Tulipshare verlangt gemeinsam mit dem CPA, dass Microsoft künftig einen Jahresbericht veröffentlicht. Darin sollen die Zusammenhänge zwischen den gespendeten Geldern, den von diesen Spenden unterstützten Politikern und den von ihnen unterstützten spezifischen Anliegen öffentlich gemacht werden.
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