Browser-Erweiterung lässt Hacker unbemerkt E-Mails "klauen"

Nadine Dressler, 31.07.2022 20:54 Uhr 4 Kommentare
Sicherheitsforscher warnen jetzt vor Malware, die sich in Brow­ser-Er­wei­te­run­gen versteckt und E-Mails von Gmail und AOL aus­schnüf­felt. Dahinter steckt eine Hackergruppe aus Nord­ko­rea, de­ren Ziel es ist, sensible Daten zu stehlen. Das geht aus einem Bericht von Hacker News hervor. Die vom Regime in Nordkorea unterstützte Bedrohungsgruppe, die als Kimsuky bekannt ist, nutzt eine bösartige Browser-Erweiterung, um E-Mails ihrer Opfer mitzulesen.

Entdeckt hatten das die Sicherheitsforscher von Volexity und diese Kampagne Sharpext genannt. Die Hacker haben es dabei auf Chromium-basierte Browser abgesehen, also Google Chrome, Microsoft Edge und Whale. Für diese Browser haben die Hacker manipulierte Erweiterungen entwickelt, die den Angreifern eine Hintertür zu den E-Mail-Konten ihrer Opfer öffnen.

Cyberkriminalität: E-Mails bleiben größtes Sicherheitsrisiko
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Diese Erweiterungen werden allerdings nicht einfach zum Download angeboten, um auf zufällige Opfer zu treffen. Die Hacker nutzen die Erweiterung gezielt auf Rechnern, auf die sie schon Zugriff haben. Die Installation des Add-ons erfolgt dann durch Ersetzen der Dateien "Preferences" und "Secure Preferences" des Browsers. Die Ausführung der Erweiterung wird über den Entwicklermodus verschleiert.

AOL- und Gmail-Konten ausspioniert

Die Angreifer kompromittieren die AOL- und Gmail-Konten ihrer Opfer mithilfe eines benutzerdefinierten VBS-Skripts. Im Hintergrund wird dann eine bösartige Erweiterung installiert.

"Die Malware inspiziert und filtriert direkt Daten aus dem Webmail-Konto des Opfers, während dieses darin surft", erklären die Forscher von Volexity. "Seit ihrer Entdeckung hat sich die Erweiterung weiterentwickelt und befindet sich derzeit in der Version 3.0, basierend auf dem internen Versionierungssystem."

Die bösartige Erweiterung hat dabei mittlerweile gelernt, ihrer Entdeckung zu entgehen. Beim Angriff wartet die Erweiterung dabei darauf, dass sich das Opfer selbst in den E-Mail-Account einloggt. So gibt es keine Zugriffe von Fremden von ungewöhnlichen Orten, die Sicherheitsmechanismen der E-Mail-Anbieter in Gang setzen könnten. Daher bekommt man keine Warnungen über verdächtige Aktivitäten und die Hacker können ungestört E-Mails mitlesen, Daten stehlen oder auch die Konten zum Versand von Malware nutzen.

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