WhatsApp-CEO will Regierungen auf keinen Fall mitlesen lassen

Nadine Dressler, 31.07.2022 09:33 Uhr 9 Kommentare
WhatsApp-CEO Will Cathcart hat klargestellt, dass sich sein Unternehmen nicht für Regierungen öffnen wird. Die Verschlüsselung privater Nachrichten sei ein hohes Gut, welches er für keine Regierung der Welt auch nur im Ansatz beschädigen wird. Das geht aus einem Interview von Cathcart mit der BBC hervor. Hintergrund ist der Streit um neue Richtlinien in Großbritannien, aber auch in der EU, die Behörden Zugang zu Textnachrichten erlauben sollen.

WhatsApp hat daraufhin jetzt eine Erklärung abgegeben, die besagt, dass es sich nicht an die Vorschriften des britischen Gesetzes zur Online-Sicherheit halten wird. Der CEO Will Cathcart sagte gegenüber BBC, dass das Unternehmen seine Sicherheit nicht auf Anweisung der Regierung verringern wird.

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Das Online-Sicherheitsgesetz zielt darauf ab, auch legale, aber schädliche Aktivitäten, Missbrauch und Belästigung aufzudecken. Bisher ist die Verabschiedung des Gesetzes jedoch aufgrund der politischen Lage im Vereinigten Königreich mehrfach verschoben worden.

Nicht nur WhatsApp sieht ein großes Problem

Der Gesetzesentwurf soll es der Regierung auch ermöglichen, Fotos, auf denen sexueller Missbrauch von Kindern zu sehen ist, durch das Scannen privater Nachrichten aufzuspüren. Das dafür notwendige Scannen aller Nachrichten würde aber gegen die End-to-End-Verschlüsselung (E2EE) vieler sozialer Plattformen, einschließlich WhatsApp, verstoßen.

Nicht praktikabel

Cathcart erklärte nun der BBC, die Haltung von WhatsApp: "Client-seitiges Scannen kann in der Praxis nicht funktionieren. Wenn wir die Sicherheit für die ganze Welt herabsetzen müssten, um den Anforderungen in einem Land gerecht zu werden, wäre das... sehr dumm von uns, zu akzeptieren, dass wir unser Produkt für 98 Prozent unserer Nutzer aufgrund der Anforderungen von 2 Prozent weniger begehrenswert machen."

Andere Maßnahmen bevorzugen

Er erklärte zudem, dass der Gesetzentwurf Plattformen vorschlägt, die Nachrichten der Nutzer direkt oder indirekt zu lesen und schloss mit den Worten: "Ich glaube nicht, dass die Leute das wollen."

WhatsApp habe dabei schon selbst Maßnahmen ergriffen, um die Plattform sicherer zu machen. So wurden bereits Hunderte von illegalen Fotos von Kindesmissbrauch auf WhatsApp entdeckt. Cathcart fügte hinzu: "Es gibt Techniken, die sehr effektiv sind und die nicht von der Industrie übernommen wurden und die nicht erfordern, dass wir die Sicherheit aller opfern. Wir melden mehr als fast jeder andere Internetdienst in der Welt."

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