Facebook & Co.: Heute soziales Netzwerk, morgen Metas KI-Spam

Stefan Trunzik, 28.07.2022 07:55 Uhr 8 Kommentare
Meta-Chef Mark Zuckerberg plant auch im nächsten Jahr, das "Soziale" immer weiter aus seinen Netzwerken Facebook und Instagram zu streichen. Die Anzahl an empfohlenen Beiträgen und Videos von Nutzern, denen man nicht folgt, soll sich bis Ende 2023 verdoppeln. Die Startseiten von Metas Social-Media-Plattformen haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Vorgeschlagene Inhalte unbekannter Nutzer, Werbung und vor allem Kurzvideos dominieren den Feed, in dem früher vorrangig Beiträge von Freunden chronologisch aufgelistet wurden. Klassische Ansichten wie diese erreicht man bei Facebook und Instagram nur noch über separate Menüs oder Filteroptionen. Auch die Zukunft wirkt weniger sozial als vor Jahren noch angedacht.

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Meta bzw. Facebook möchte wieder einzigartig sein

Anlässlich der Präsentation jüngster Finanzzahlen (via The Verge) kündigt Meta-CEO Mark Zuckerberg an, dass Inhalte von empfohlenen Nutzern mehr und mehr in den Mittelpunkt rücken sollen. Bereits jetzt machen die vorgeschlagenen Beiträge etwa 15 Prozent der persönlichen Facebook- und Instagram-Feeds aus. Bis Ende 2023 will man diesen Wert verdoppeln, so dass zukünftig ein Drittel der Inhalte nicht aus der eigenen sozialen Blase stammen, sondern von fremden Personen - ausgewählt von einer künstlichen Intelligenz.

Zuckerberg spricht vom Aufbau einer "Discovery Engine", die sich immer weiter von klassischen Freundeslisten und dem Grundgedanken eines sozialen Netzwerks zu entfernen scheint. Grund dafür ist der immer weiterwachsende und vor allem beim jüngeren Publikum beliebte Videodienst TikTok. Im Gegensatz zum chinesischen Konkurrenten soll sich Metas KI-Algorithmus allerdings nicht nur allein auf Videos konzentrieren, sondern auch öffentliche Links und Fotos zu empfohlenen Themen in die Feeds der Nutzer spülen.

"In dieser Hinsicht wird das, was wir tun, ziemlich einzigartig sein. Ich glaube nicht, dass sich die Leute auf ein bestimmtes Format beschränken lassen wollen", sagt Zuckerberg.

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