Sony zeigt eigene Seite wegen wiederholter Copyright-Verstöße an

Witold Pryjda, 25.07.2022 13:42 Uhr 6 Kommentare
Für Filmstudios ist es schon lange Alltag gegen Urheberrechtsverstöße vorzugehen, meistens kommen dabei Automatismen wie Bots zum Einsatz. Das bedeutet, dass Takedowns nicht immer die Richtigen treffen - ein Beispiel zeigt nun, wie falsch die Sache laufen kann. Es ist ein ewiges Katz-und-Maus-Spiel, doch die Content-Besitzer führen ihn unbeirrt weiter. Gemeint ist hier natürlich der ewige Kampf gegen Anbieter von urheberrechtlich geschützten Inhalten, hier werden tagtäglich Millionen an Takedown-Anfragen verschickt. Wie TorrentFreak schreibt, kann man über die Effektivität des Vorgehens nach den Vorgaben des Digital Millennium Copyright Act (DMCA) durchaus diskutieren, wenig hilfreich ist hierbei jedenfalls, wenn Unternehmen ihre eigene Seiten ins Visier nehmen.

Sony gegen Sony

Das genau ist jetzt nämlich Sony Pictures passiert. Denn das Filmstudio des japanischen Elektronikriesen hat im Namen von Sony Pictures Network India an Google eine Takedown-Anfrage geschickt, die die Entfernung von insgesamt 34 Links gefordert hat. Das wäre an sich alles andere als ungewöhnlich, jedenfalls dann, wenn es sich bei der beklagten Plattform nicht um SonyLIV gehandelt hätte. Das ist ein Streaming-Angebot der indischen Tochter des Unternehmens.


Beanstandet wurden in der vom Anti-Piraterie-Dienstleister Markscan verschickten Takedown-Anfrage diverse angeblich illegal kopierte Serien und Filme, man muss an dieser Stelle wohl kaum erklären, dass die Inhalte natürlich vollständig legal waren.

Solche "False Positives", also in diesem Fall falsch erkannte völlig legale Inhalte, kommen immer wieder vor, dafür sind fast immer falsch anschlagende Bots verantwortlich. Im vorliegenden Fall war die Angelegenheit aber noch schlimmer, denn der Takedown markierte SonyLIV insgesamt als "Piraterie"-Plattform. Allzu weitreichende Folgen hatte die Sache allerdings nicht, denn in den meisten Fällen (mit Ausnahme von zwei Links) erkannte Google den Fehler und kam den Takedown-Aufforderungen nicht nach.

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