Tiangong-Raumstation: China befördert das erste Labor ins Weltall

Stefan Trunzik, 25.07.2022 09:47 Uhr 4 Kommentare
Die chinesische Raumstation Tiangong wird weiter ausgebaut. Am Sonntag konnte das zweite von drei Modulen erfolgreich ins All befördert werden. Damit liegt der Ausbau des ISS-Rivalen weiterhin im Zeitplan. Bis Ende des Jahres soll der Außenposten im Erdorbit fertiggestellt sein. Nachdem die chinesische Raumfahrtbehörde CMSA bereits im April 2021 das Kernmodul Tianhe (dt. "Harmonie der Himmel") in die Erdumlaufbahn befördert hat, folgt nun das erste von zwei Wissenschaftsmodulen. Die unbemannte Trägerrakete vom Typ Long March-5B Y3 machte sich gestern mit dem 17,9 Meter langen und 23 Tonnen schweren Wentian-Modul (dt. "Suche nach dem Himmel") vom chinesischen Kosmodrom Wenchang auf den Weg zur geplanten Raumstation.

Tiangong: Chinesische Raumstation
Erfolgreicher Start der Trägerrakete samt des Wentian-Wissenschaftsmoduls

Mehr Platz für Forschung, Ressourcen und Arbeitsplätze

Etwa 13 Stunden nach dem Start konnte das Modul erfolgreich an die Tianhe-Basis andocken. Die Wentian dient der seit Juni eingesetzten, ständigen Tiangong-Besatzung (Mission Shenzhou 14) nicht nur als neues Wissenschaftsmodul, sondern auch als Lagerraum für Ersatzteile und Ressourcen sowie als Steuereinheit für die gesamte Raumstation. Bis zu drei Taikonauten (dt. Astronauten) finden in ihr einen neuen Arbeitsplatz. Zudem ermöglicht eine Luftschleuse den Ausstieg ins Weltall.

Mit dem dritten Modul Mengtian (dt. "Träume von den Himmeln") soll im Oktober die vorerst letzte Erweiterung der Tiangong-Raumstation ins All befördert werden. Die Finalisierung des chinesischen Außenpostens dürfte somit bis zum Ende des Jahres erfolgen. Parallel dazu ist ein erster Wechsel der Besatzung im Dezember angedacht. In Zukunft könnte die Tiangong um ein freifliegendes Weltraumteleskop und weitere Module in T-Form ergänzt werden.

Aufgrund notwendiger, gelegentlicher Bewegungen ist der Ausbau der Raumstation in Hinsicht auf die Masse allerdings beschränkt. Im finalen Zustand soll diese bei etwa 60 Tonnen liegen. Das Maximum wäre bei 180 Tonnen erreicht. Im Vergleich dazu bringt es die Internationale Raumstation (ISS) auf eine Masse von rund 450 Tonnen.

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