Energiewende muss schnell kommen: Deutschland hat nur noch bis 2031

[o1] lalanunu am 20.07. 18:46
+3 -3
Also erstmal müssen die Grünen, ja eine grüne Regierung, unsere Braunkohlekraftwerke wieder hochfahren, bevor wir CO2 reduzieren werden...
[re:1] Jonas_D am 20.07. 19:00
+8 -2
@lalanunu: Bedank dich bei der CDU/SPD. :-*
[re:1] lalanunu am 21.07. 13:00
+1 -
@Jonas_D: Stimmt, es hat immer die Vorgängerregierung Schuld.

Oder man zertifiziert einfach Nordstream2 :-)

Wenn man von Aserbaidschan Gas kauft, dann kann man das auch vom Putin nehmen.
Natürlich könnte man auch das umweltschonende Fracking Gas aus den USA per Schiff importieren, denn das sind unsere Freude und die führen auch nirgendwo Krieg.
Oder noch besser, Deutschland fracked selbst... wären wir wieder beim Thema der Umwelt.

Was genau hat sich seit Regierungsantritt an den extremen bürokratischen Hürden geändert, wenn man photovoltaik oder ein Windrad installieren möchte? Für privat wie Industrie gibt es monate- bzw. jahrelange Verfahren, bis man irgendwas bauen oder in betrieb nehmen darf.
Das ist doch IRRSINN!

Wieviel Windräder/Photovoltaik Anlagen hat das grün regierten Bundesland BW die letzten Jahren installiert?

So klappt keine Energiewende, egal wie grün man sich nennt.

Es gibt kein Gas-Strom-blabla-problem, nur ein ideologisches.
[re:1] ckahle am 21.07. 15:55
+ -1
@lalanunu: Wie du mit Nordstream2 CO2 reduzieren willst, wäre durchaus interessant zu erfahren. ;)
[re:1] lalanunu am 21.07. 17:55
+ -
@ckahle: Indem keine Braunkohle verstromt wird, da Erdagas einen besseren CO2 Wert hat.

Braunkohle 0,36 kg CO2 / kWh
Erdgas 0,20 kg CO2 / kWh

Gut ist das zwar noch immer nicht, aber ganz sicher besser als Braunkohle.
[re:2] ckahle am 22.07. 07:19
+ -
@lalanunu: Ja, das ist allerdings nur der Wert bei der Verbrennung. Beim Erdgas kommen noch einige Sachen hinzu, weil bspw. bei Förderung und Transport große Mengen Methan in die Atmosphäre entweichen und das ist kurzfristig weitaus schlimmer als CO2. Gab da vor einer Weile ein Paper zu, das zu dem Ergebnis kam, dass sich beide unterm Strich im Grunde nichts nehmen.
[re:3] lalanunu am 22.07. 10:32
+ -
@ckahle: Danke für die Info. Hast du da evtl. einen Link für mich?
[re:4] ckahle am 22.07. 11:51
+ -
@lalanunu: Das Paper so auf die Schnelle nicht. Aber für den Anfang: https://www.deutschlandfunk.de/forscher-warnen-erdgas-ist-ein-klimaschaedling-genau-wie-100.html
[re:5] lalanunu am 22.07. 18:11
+ -
@ckahle: Da steht jetzt aber nix davon, dass Braunkohle genauso schlecht ist wie Erdgas?!

Aber trotzdem danke für den Link.
[re:2] Jonas_D am 22.07. 00:26
+ -
@lalanunu: Das ändert nichts an der Tatsache, dass nun mal die Merkeljahre dafür verantwortlich sind. Wenn eineinhalb Jahrzehnte eine Pseudobürokratie aufgebaut wurde, um die alten Energieträger künstlich am Leben zu erhalten, dann ist das während eines Wirtschaftskrieges mit Russland nun mal nicht alles innerhalb von 200 Tagen zurückzunehmen.
Gerade die CDU, aber auch FDP und SPD, haben Deutschland einen immensen wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Schaden zugefügt. In Habecks Haut will ich nicht stecken. Aber er hat jetzt schon mehr erreicht, als die Vorgängerregierungen in den letzten zwei Legislaturperioden.
[re:1] lalanunu am 22.07. 10:33
+ -
@Jonas_D: Was genau hat er erreicht?
[re:2] TomW am 20.07. 19:30
+1 -6
@lalanunu: Hätte man vor 30 Jahren mal auf die Grünen gehört, hätten wir schon länger keine Kohlekraftwerke, die man wieder aktivieren müsste.
[re:1] Evonics am 20.07. 19:36
+4 -7
@TomW:
Weil es keine Industrie mehr gäbe welche diesen Strom benötigte.
[re:1] DRMfan^^ am 20.07. 20:03
+ -
@Evonics: Stimmt. Die Industrie würde nicht mehr DIESEN Strom benötigen, sondern grünen Strom. Recht hast du!
[re:1] Shavanna am 21.07. 08:04
+1 -
@DRMfan^^: Das Problem ist, dass erneuerbare Energien bis vor wenigen Jahren zu teuer waren, als das sie sich rentabel ohne zusätzliche staatliche Förderung einsetzen lassen konnten. Du erinnerst dich sicherlich auch noch selbst an den Aufschrei, der durch hohe Stromkosten aufgrund der EEG-Umlage verursacht worden ist.
[re:2] Stamfy am 21.07. 08:59
+1 -
@Shavanna: Sorry aber das ist so nicht ganz richtig. Wir hatten in Deutschland vor 15-20 Jahren eine qualitativ wie quantitativ an der Weltspitze agierende Industrie für erneuerbare Energien. Was richtig ist, dass die Kosten damals höher waren als heute für diese Produkte. Das ist aber zwei Umständen geschuldet: zum Einen waren damals die Gesamtvolumina noch recht niedrig da die Nachfrage im Vergleich zu heute deutlich geringer war. Dadurch steigen natürlich die Kosten pro Anlage. Umgekehrt gab es damals aber noch zuhauf vermeintlich billige Energie, der öffentliche Druck weg von fossilen Brennstoffen sowie AKWs war nicht gegeben. Durch den Wegfall der Unterstützung durch den Staat hat sich Deutschland früh der Möglichkeit beraubt nicht nur die eigene Energieerzeugung zumindest anteilig eher auf andere Energiequellen umzustellen, sondern auch eine weitere Techbranche in diesem Land eliminiert.
Zu der Unterstützung des Staates zählt für mich auch der Regulationsschwachsinn, sei es bei Windkraftanlagen welche nirgends gebaut werden dürfen (stell mal ein kleines Windrad in Deinen Garten, das ist quasi ein Anschlag auf das Bauamt) oder dass PV-Anlagen ab 11kWp quasi zwingend gewerblich sind...
Die EEG-Umlage ist übrigens nicht für die Erzeugung erneuerbarer Energien, sondern für die "Durchleitung".... ergo, ein Resultat dass nach der Privatisierung der Stromnetze diese betriebswirtschaftlich betrieben worden sind - nach Börsenregeln also immer knapp am Belastungslimit. Alles andere wäre ja Verschwendung.
[re:3] Shavanna am 21.07. 13:44
+ -
@Stamfy: Das mag so sein, ich bin im Bereich Energie definitiv kein Experte, also ist es schön, dass du mich da etwas aufklärst.
Ich weis aber auch, dass man den Posten Forschung bei der Berechnung nicht unterschlagen darf, denn bei allen neuen Technologien versuchen die Unternehmen zunächst immer die Kosten, die sie dafür aufgewendet haben auch wieder zurückzubekommen. Aus diesem Grund sind neue Produkte einerseits nicht so profitabel für die Hersteller und andererseits auch teurer, da eben der Forschungsaufschlag immer mit drin steckt.
Zum Thema Überregulierung gebe ich dir vollkommen recht. Wir müssten mal alle Gesetze auf den Prüfstand stellen und in vielen Fällen überarbeiten, aber welche Partei will diese undankbare Aufgabe übernehmen? Keine, also sitzen wir hier jetzt mit diesem Ballast.
[re:2] CullenTrey am 21.07. 06:40
+4 -
@TomW: Jain ... vor 30 Jahren waren die Grünen einfach nur kravallige Alternative (Farbbeutel werfen, selbstgesponnenes Garn in Versammlungen strickend).
Ich will damit nicht sagen, dass sie nicht immer wieder wichtige Punkte benennen, aber leider bleiben sie jedes Mal umsetzbare Lösungen schuldig.
[o2] spitfire2k am 20.07. 23:22
+4 -4
Solang keine massive Einsparung in China stattfindet, sondern sogar von Jahr zu Jahr steigt, kann man sich die Reudzierung unseres mickrigen Anteils sparen.
[re:1] mil0 am 21.07. 07:22
+3 -3
@spitfire2k: Stell dir vor in China denkt man: so lange Deutschland nicht anfängt, machen wir auch nicht mit. Irgendwer muss mal anfangen und die anderen werden folgen. Warum dieses Wartespiel spielen?
[re:2] Alphawin am 21.07. 09:13
+1 -1
@mil0: Und wir sind die Weltretter ?
[re:1] eleCtr00nix am 21.07. 09:16
+1 -1
@Alphawin: Nein, wir werden einfach nur abgehängt. Dank 4 Legislaturen Union haben wir quasi keine einheimische Solar und Windkraft-Industrie mehr und kaufen jetzt alles beim Chinesen. Vom mikrigen Ausbau bei uns zu schweigen, siehe Links in [re:2]
[re:2] eleCtr00nix am 21.07. 09:14
+1 -
@spitfire2k: Wohl nicht ganz auf dem neusten Stand: China baut aktuell pro Jahr mehr Windkraft und Solar >zusätzlich< als wir komplett an Anlagen stehen haben. Und laut Prognose (wenn sie weiter so bauen) schaffen sie es einige Jahre vor ihrem selbst gesetzten Ziel ihre CO2 Emissionen deutlich zu senken. Also nicht immer "China" schreien, die hängen uns jetzt schon massiv ab: https://taz.de/Erneuerbare-Energien-in-China/!5860201/ https://www.deutschlandfunk.de/china-310-milliarden-euro-fuer-erneuerbare-energien-100.html
[re:1] spitfire2k am 22.07. 08:06
+ -
@eleCtr00nix: Tja, man kann sich die Zahlen immer schön reden, wenn man ganz weit unten anfängt, dann hat mal mal gigantische Prozentsprünge. Die Wahrheit dürfte aber eher so aussehen https://www.focus.de/politik/ausland/eu/china-beim-un-klimagipfel-200-neue-kohlekraftwerke-im-bau-china-trickst-die-eu-klimapolitisch-brutal-aus_id_24398872.html
[o3] CodeZero1990 am 21.07. 09:15
+6 -
Laut einem Bericht gibt es zu viele Solaranlagen bei groß Besitzern, die wegen einer Wartenden Zertifizierung nicht ins Netz einspeisen dürfen.
Darunter auch Windräder, die abgebaut werden, da hier nach wenigen Jahren die Unterstützung vom Staat endet, Obwohl diese einwandfrei laufen.
Unter anderem liegt es seid Jahren an der Bürokratie, liebe Politiker.

https://www.youtube.com/watch?v=H_4IktoCTQQ

Ausgebremst trotz Klimakrise: Wenn die Energiewende an der Bürokratie scheitert | SPIEGEL TV
Quelle von Juli 2022
[o4] Nunk-Junge am 21.07. 10:36
+ -
Oh Mann, man kann Theorie so weit treiben bis nur noch Bullshit übrig bleibt. Durch die Erderwärmung wird die Erde selbst nicht untergehen (behaupten nur Spinner), sondern es gibt immer gravierendere Auswirkungen. Das kann für den Menschen echt scheiße werden. Das ist aber regional sehr unterschiedlich. Die Experten haben sich auf eine Zahl von 1,5 Grad geeinigt, bei der sie die Auswirkungen noch für beherrschbar halten. Das gilt für das Mittel auf der gesamten Welt, das bedeutet nicht, dass es regional noch gut läuft. In der Theorie sind die 1,5 Grad noch "gut", die Malediven werden auch da vermutlich schon im Meer versinken. Um weltweit diese 1,5 Grad einzuhalten, muss weltweit etwas getan werden. Also alle. Auch wir. Aber das bedeutet nicht, dass wir unseren theoretischen Anteil leisten müssen und dann ist alles gut. Selbst wenn wir unseren Anteil verdoppeln würden, aber alle anderen Länder nicht mitziehen, dann ist das Ziel verfehlt. Daher ist eine Aussage: "Deutschland muss bis 2031 insgesamt 3,1 Gigatonnen CO2 einsparen" komplett sinnlos. Wenn man auf Theorie irgendwelche Durschschnittszahlen errechnet, damit wieder Theorie erstellt um neue Durchschnittszaghlen zu errechnen, dann bleibt aus der ganzen Theorie und Durchschnitt nur noch Bullshit. Wer glaubt, dass die obigen Zahlen Sinn machen, der kann ja gerne mal ausrechnen, was der Stadtteil Berlin-Neukölln an CO2 einsparen muss um weltweit 1,5 Grad einzuhalten. Sicher ist, dass wir weltweit viel tun müssen, um weltweit die Folgen des menschenverursachten Einflusses auf den Klimawandel zu begrenzen. Und mehr ist besser. Weltweit.
[re:1] Nunk-Junge am 21.07. 10:48
+1 -
@Nunk-Junge: Man kann Bullshit-Theorie auch weiter treiben: Deutschland muss 3,1 Gigatonnen CO2 bis 2031 einsparen => Jeder Bürger (pro Klima auf 84 Mio gerundet) muss 37 Tonnen CO2 bis 2031 einsparen. => Bis 01.01.2031 sind es 3086 Tage, also muss jeder Bürger pro Tag 12 kg CO2 einsparen. - Hast Du Deine 12 kg CO2 heute schon eingespart? Und schon einen Plan für die nächsten Tage? Vergiss die Wochenenden nicht. Sonst sieht es düster mit dem Klima aus. - Perfekte Bullshit-Theorie.
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