Energiewende muss schnell kommen: Deutschland hat nur noch bis 2031

Christian Kahle, 20.07.2022 17:52 Uhr 27 Kommentare
Die technische Umsetzung von Maßnahmen zur Energiewende muss jetzt ziemlich schnell erfolgen, wenn Deutschland seine Zusagen in internationalen Abkommen einhalten will. Das geht aus einem neuen Bericht des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU) hervor. Das Gremium hat seine neueste Datengrundlage jetzt dem Bundestag vorgelegt, damit dieser eine Basis für die kommende Gesetzgebung hat. Demnach hat Deutschland derzeit noch ein maximales Kontingent von 3,1 Gigatonnen Kohlendioxid, die noch in die Atmosphäre emittiert werden dürfen, wenn das Land seinen Beitrag zum Erreichen des im Pariser Klimaschutzabkommen definierten 1,5-Grad-Ziels schaffen will.

Die Grundlage für die Berechnung des SRU ist dabei der letzte vom Weltklimarat (IPCC) erarbeitete Bericht, in den die Daten zahlreicher Wissenschaftler aus aller Welt eingeflossen sind. Wenn man hier nun von einer "linearen Emissionsreduktion ab 2022" ausgeht, müsste Deutschland bereits in neun Jahren, also 2031, klimaneutral sein. Die meisten Klimaschutzprogramme gehen hingegen bisher davon aus, dass es reicht, dieses Ziel bis zum Jahr 2045 zu erreichen.


Nicht beliebig

Der SRU hat auch eine Berechnung angestellt, wie Deutschlands Beitrag aussehen müsste, um die globale Erwärmung wenigstens auf 1,75 Grad zu beschränken. Dafür dürften noch 6,1 Gigatonnen CO2 ausgestoßen werden. Aber auch hier müsste man bei einer linearen Reduzierung im Jahr 2040 auf Netto-Null kommen.

Der sich daraus ergebene Fahrplan stellt für den Gesetzgeber keineswegs nur ein reines Informationsschreiben dar, mit dem man beliebig verfahren könnte. Die beteiligten Sachverständigen verwiesen auf den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom März letzten Jahres. Darin arbeiteten die Richter heraus, dass die jüngsten Mitglieder unserer Gesellschaft aufgrund der zu erwartenden Folgen der Klimakrise zukünftig in ihren Freiheitsrechten eingeschränkt werden, wenn heute nicht genug für den Klimaschutz getan wird. Der Kern dieses Urteils muss fortan in der Gesetzgebung berücksichtigt werden.

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