Gutachten zeigt "massive Schlamperei" beim Tesla Model 3

Nadine Dressler, 17.07.2022 11:55 Uhr 30 Kommentare
Schon vor einigen Wochen gab es Berichte über einen Streit zwischen dem Automobilbauer Tesla und Model 3-Fahrern. Es geht dabei um vermutlich schlampig gefertigte Aufnehmer am Unterboden, die Tesla nicht reparieren will. Nun gibt es neue Informationen zu den angezeigten Mängeln. Laut dem Online-Magazin EFahrer wurde ein weiteres Gutachten erstellt, das die Baufehler am Model 3 analysiert.

Der Fall liegt derzeit vor dem Landgericht München I. Ein Model 3-Besitzer hatte Klage eingereicht, weil er mit einer Instandsetzung durch Tesla nicht zufrieden war. Bei seinem Fahrzeug wurden teils ausgerissene Wagenheberaufnahmen festgestellt. Mit diesen Aufnehmern am Unterboden wird gewährleistet, dass das Fahrzeug auf eine Hebebühne oder bei einem Defekt sicher geborgen werden kann.


Angeblich nur ein "kosmetisches Problem"

Auch andere Model 3-Besitzer hatten diese Probleme bemerkt und tauschen sich seit Jahren unter anderem in dem deutschen Tesla-Fahrer-und-Freunde-Forum aus. Tesla hält das nur für ein kosmetisches Problem, doch ein TÜV-Gutachter sah das anders: Er bestätigte, dass der Fehler so erheblich ist, dass das Fahrzeug bei einer Hauptuntersuchung durchfallen würde.

Die Vermutung liegt nahe, dass die Struktur durch die Mängel bei einer Anhebung des Fahrzeugs zu einer Beschädigung der Akkus führen könnte.

Teure Reparatur

Tesla wehrt sich vermutlich gegen eine Reparatur, da sie mit erheblichen Kosten verbunden wäre. Der Gutachter schätzte einen Preis von über 20.000 Euro, dazu kommt eine Wertminderung für das Fahrzeug von 4.500 Euro. Das ergibt sich, da die Aufnehmer nicht einfach ausgetauscht werden können, ohne umfangreiche Arbeiten oder einen Akkutausch vorzunehmen. Zudem liegen Hinweise vor, dass Tesla das Problem seit 2017 kennt. Laut EFahrer könnte eine riesige Klagewelle auf Tesla zurollen.

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