Twitter-Übernahme ist für Elon Musk wohl nur noch Rückzugsgefecht

Witold Pryjda, 08.07.2022 16:16 Uhr 6 Kommentare
Elon Musk war im April fest entschlossen, Twitter zu übernehmen, sogar gegen den Widerstand der Aktionäre. Er setzte sich durch, doch dann kam Sand ins Getriebe. Mittlerweile sieht es danach aus, als würde Musk nur noch versuchen, aus dem Deal herauszukommen. 44 Milliarden Dollar: So viel sollen Tesla- und SpaceX-Chef Elon Musk und Investoren für Twitter eigentlich bezahlen. Das Problem: Nach wochenlangen Musk-Eskapaden hat der Kurs des Unternehmens gelitten und das hat zur Folge, dass Twitter heutzutage deutlich weniger kosten würde.

Branchenkenner vermuten deshalb, dass das der Grund ist, warum Musk seit Wochen versucht, sich aus dem Deal zurückzuziehen - auch wenn das rechtlich fast unmöglich ist, da das Geschäft eigentlich offiziell unter Dach und Fach ist. Dennoch schreibt die Washington Post aktuell, dass die Übernahme in "ernster Gefahr" ist.


Gespräche mit Investoren abgebrochen

Laut Angaben der Zeitung hat Musks Team die Gespräche mit potenziellen Investoren abgebrochen, darunter einer als "wahrscheinlich" geltenden Partei. Wer das sein könnte ist nicht klar, bisher war lediglich bekannt, dass unter anderem Oracle-Gründer Larry Ellison, die Investment-Firma Andreessen Horowitz, die Krypto-Börse Binance und der Staat Katar Geld beisteuern.

Offiziell geht es in dem Rückzugsgefecht von Musk nach wie vor um die Anzahl der Bots auf Twitter. Musk und sein Team behaupten, vom Management des sozialen Netzwerks über die tatsächliche Zahl der Fake-Konten belogen worden zu sein. Dazu hat Musk vor einem Monat auch umfassende Daten von Twitter bekommen, diese sollen beweisen, dass Bots tatsächlich weniger als fünf Prozent der Twitter-Nutzer ausmachen.

Selbst wenn es Musk gelingt, aus dem Deal herauszukommen (was durchaus fraglich ist), billig wäre die "Scheidung" nicht: Denn das Vertragswerk sieht hier eine Strafzahlung von einer Milliarde Dollar vor. Aber zuvor müsste er einen Richter überhaupt erst davon überzeugen, dass er berechtigte Gründe dafür hat.

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