Klimaschützer empört: EU klassifiziert Kernkraft und Gas als "grün"

[o1] Brassel am 07.07. 10:36
+9 -5
Momentan halte ich die Entscheidung für vernünftig.
Wir sind einfach noch nicht so weit, daß wir unsere Energieversorgung komplett aus sauberer Energie ala´ Wind, Solar, Erdwärme, etc. decken können.
Der Ukraine Krieg zeigt uns völlig unverblümt und schmerzhaft auf, wie stark wir von fossiler Energie abhängig sind. Ein Wachrütteln auf die schmerzhafte und teure Art.

Aber man sollte diese Entscheidung der EU jährlich auf den Prüfstand stellen. Denn langfristig ist Atomstrom und Gas keine dauerhafte Lösung.
[re:1] bigspid am 07.07. 10:56
+16 -
@Brassel: Na darum gehts nicht! Es geht darum, dass die Fördergelder für Erneuerbare jetzt auch für Gas und Atom genutzt werden dürfen, daher ist diese Entscheidung auch so blöd. Niemand sagt, dass wir die Nicht-Öko Energieträger direkt abschalten müssten. Sie aber als "nachhaltig" zu fördern und dafür weniger in Solar und Wind zu investieren ist eine reine Lobbyentscheidung, basierend auf finanziellen Interessen.
[re:2] Fanta4all am 07.07. 13:09
+2 -
@Brassel: Not macht erfinderisch.
Wir sind nie soweit, wenn es keinen Zwang gibt.
Warum soll ich es ändern, wenn es seit Jahrzehnten so gut läuft?

Man muss die Leute und Firmen zwingen was zu ändern, sonst passiert rein gar nichts.

Meinst du die E-Autos sind Entwickelt worden, weil einer es wollte? Ne, der Diesel ist Pfui geworden, deswegen muss was neues her.

Aber mal Ehrlich, wo ist Atom Grün? In 1000 Jahren nicht, da leuchten alle anderen grün vor Strahlung.
[re:3] MaxineMusterfrau am 07.07. 16:09
+ -
@Brassel: Die große Gefahr der Atomenergie liegt woanders: heute gräbt der Wissenschaftler in der Ägyptischen Wüste ein Loch, findet eine Grabkammer, kann die Hieroglyphen an der Tür nicht lesen und öffnet sie. was passiert, wenn der Wissenschaftler in 2000 Jahren ein Loch im Wendland gräbt, und nahe Gorleben diese glänzenden Zylinder findet, und einen davon in einer spannenden Zeremonie auf dem Marktplatz öffnet?? Wir schaffen die Atom Technologie gerade ab, in 500 Jahren kennen nur die besten Forscher das gelbe Warnschild für Radioaktivität, in 1000 Jahren kann niemand mehr unsere lateinische Schrift lesen.
Ich bin auch für die Nutzung der Atomenergie, aber ich bin auch Ehrlich: Was nach meinem Tod mit den Brennstäben passiert, ist mir egal.
[re:4] Conos am 07.07. 16:15
+2 -
@Brassel: Es ist eine Sache nicht saubere Energien aktuell weiter zu nutzen, diese als Öko einzustufen ist aber einfach ein Schlag ins Gesicht..
[o3] HeadCrash am 07.07. 10:50
+5 -4
Mit welcher Begründung sind denn Klimaschützer über Kernkraft empört? Tatsächlich ist das nach den erneuerbaren Energien die klimaneutralste Energieform. Die Endlagerung zieht meines Wissens das Klima nicht in Mitleidenschaft und wenn man in die Forschung in diesem Bereich investiert hätte statt die Kernkraft einfach generell zu verteufeln, hätten wir vielleicht schon bessere Möglichkeiten, als die Altlasten einfach zu vergraben.
[re:1] Breaker am 07.07. 10:57
+11 -
@HeadCrash: Wenn es mal nur die Endlagerung wäre. Uranabbau und Aufbereitung, Gewässererwärmung, Rückbau nach Laufzeitende sind die direkten Folgen der Atomkraft. Der statistisch alle 30 Jahre erfolgende GAU trägt sein übrigens zur Umweltfreundlichkeit bei.
Würde man das alles in den Griff bekommen, wäre es tatsächlich einigermassen umweltfreundlich. Aber das fängt ja schon beim Abbau an - eine Tonne Erde muss für ein Gramm Uran bewegt werden - und das sind dann schon die guten Lagerstätten.
[re:1] HeadCrash am 07.07. 11:16
+2 -
@Breaker: Alles gute Argumente. Allerdings bezweifle ich, dass das in vielen Bereichen der erneuerbaren Energien sehr viel besser ist. Wie verheerend für die Umwelt ist denn der Abbau von seltenen Erden für die Entwicklung der Bauteile für Solaranlagen, der Abbau von Lithium für den Bau von Batterien etc.?

Nochmal: ich bin kein grundsätzlicher Verfechter von Atomstrom. Aber wenn ich die Wahl habe, ein Atomkraftwerk auf einem guten aktuellen technischen Stand weiter zu betreiben, oder noch zwei Kohlekraftwerke wieder in Betrieb zu nehmen, dann steht für mich die einzig klimafreundliche Lösung fest. Und es sind nicht die Kohlekraftwerke.
[re:1] bigspid am 07.07. 11:23
+1 -
@HeadCrash: Ich glaub wir sind uns alle einig, dass wir bestehende Atmonkraftwerke und Gas so lange weiter laufen lassen müssen, bis wie die Erneuerbaren so weit haben, um schrittweise umzusteigen (bei steigendem Energiebedarf). Aber es ist falsch jetzt zusätzlich neue AKW zu bauen, die viel Geld verschlingen und lange Zeit brauchen, bis sie produktiv sind, anstatt das Geld in schneller verfügbare Erneuerbare zu investieren.
[re:1] HeadCrash am 07.07. 11:28
+ -
@bigspid: Na, neue bauen auf keinen Fall. Und das gilt für alle alten Kraftwerkstypen. Aber mit so einer Einstufung den Weg frei machen, bestehende Kraftwerke länger laufen zu lassen oder sogar noch mal ein wenig in deren Betriebssicherheit zu investieren, halte ich für absolut richtig.
[re:2] Winnie2 am 07.07. 11:55
+ -
@HeadCrash:
Woher soll denn das erforderliche Uran für neue AKWs kommen?
Das gibt es nicht im Baumarkt um die Ecke.

Das Problem welche alle AKWs haben ist dass alle Bauteile aus Metall welche für längere Zeit stärkerer radioaktiver Strahlung ausgesetzt spröde und brüchig werden.
Und so ein Reaktordruckgefäß tauschen ist vom Aufwand her nicht wesentlich einfacher im Vergleich zu einem Neubau. Dieses wird ja nicht an Ort und Stelle zusammengeschweißt.
[re:3] Calippo am 07.07. 11:59
+1 -
@HeadCrash: Genau mit diesem Greenwashing will aber Frankreich 15 neue Atomkraftwerke bauen. Denn genau das wollte die Französische Regierung damit erreichen. Das aber viele alte Atomkraftwerke in Frankreich schon die normale Laufzeit überschritten haben und Menschen in den Regionen mit jodtabletten eingedeckt haben, weil man Angst hat das uns die Dinger irgendwann um die Ohren fliegen. Und wohin sollen wir denn mit dem "Umweltfreundlichen" Abfall nach dem abschalten und abreissen.
[re:4] P4O13 am 07.07. 15:49
+1 -1
@bigspid: es entstehen in Europa gerade ein Dutzend neuer AKW. Wenn ich sehe was da teilweise für Länder dabei sind.....aber okay. Frau Neubauer kann sich mit ihrer Sippe im Fall eines Falles gern dort hin begeben und der Strahlung verbieten gen Deutschland zu ziehen.
[re:2] Breaker am 07.07. 11:30
+2 -
@HeadCrash: Bei Kohle vs. Atom bin ich bei dir. Das Problem ist nur, dass wir kein KKW auf einem guten und aktuellem technischen Stand haben. Unsere neuesten KKW sind mindestens 33 Jahre alt.

Bei Solarenergie, die meist mit Silizium-Modulen betrieben wird, und bei denen genau keine seltenen Erden vorkommen aber sicher nicht.

Welche seltenen Erden sind denn in Batterien verbaut? Das ist eine urban Legend, die sich seit Jahrzehnten durchzieht - es sind genau keine, denn weder Lithium noch Kobalt gehört dazu - mal ganz abgesehen davon, dass der Kobaltanteil immer weiter verringert wird und inzwischen auch schon einige E-Autos ganz darauf verzichten können (z.b. Tesla: https://winfuture.de/news,125446.html). Der Abbau von Lithium ist zudem weit umweltfreundlicher als der Abbau von Uran und Kohle (von Erdöl/Erdgas spricht man am besten gar nicht) zusammen - natürlich bedeutet umweltfreundlicher aber noch lange nicht umweltfreundlich, es bedeutet nur, dass es (etwas) besser ist als bestehendes.
[re:1] Winnie2 am 07.07. 11:50
+1 -
@Breaker:
Seltene Erden können in den Magneten von Elektromotoren enthalten sein, allerdings nutzen viele e-Autos auch Motore welche ohne Dauermagnete auskommen.

Die andere Sache welche hier nicht betrachtet wurde ist ob in Verbrennungsmotoren seltene Erden verwendet werden.
[re:2] MichaW am 07.07. 12:08
+2 -
@Breaker:
Zumal der TÜV schon seit 3 Jahren abgelaufen ist.
Hat sich ja nicht mehr gelohnt, den zu erneuern.
Also muss der auch erstmal nachgeholt werden.
Das geht auch nicht von jetzt auf gleich.

Lustig auch:
Der Branchenverband Kerntechnik Deutschland rät, die verbliebenen Kraftwerke weiterlaufen zu lassen.
Klar, dessen Vorsitzender ist Direktor bei Nukem, einer Tochtergesellschaft von Rosatom, dem russischen Staatskonzern.
https://www.focus.de/finanzen/news/atomkraft-diskurs-gruenen-politiker-warnt-bei-uran-sind-wir-noch-abhaengiger-von-russland-als-bei-gas_id_111393404.html
[re:3] Rashiade am 07.07. 13:41
+ -
@Winnie2: Naja, auch bei einem Verbrenner-Auto gibt es einen Generator (was ja auch mehr oder weniger ein Motor ist, der andersherum betrieben wird): Die Lichtmaschine, die gibt es dafür logischerweise beim Stromer nicht.
Ich vermute aber mal, dass in der ganzen (Unterhaltungs-)Elektronik deutlich mehr seltene Erden verbaut sind als im Antriebsstrang.
In einem Benzin/Diesel-Motor wird man vermutlich eher keine seltene Erden finden.
[re:4] Winnie2 am 07.07. 13:44
+ -
@Rashiade:
Seltene Erden wohl nicht aber Kobalt in Teilen des Verbrennungsmotors und Edelmetalle im Abgaskatalysator.
[re:5] Rashiade am 07.07. 13:56
+ -
@Winnie2: Wie heißt es so schön: "Einen Tod muss man sterben", beim E-Auto dürfte aber das Potential für Optimierung größer sein.
[re:6] Winnie2 am 07.07. 14:02
+ -
@Rashiade:
Falls die Menschheit nicht zum Lebensstandard in vorindustrieller Zeit zurückkehren möchte, ja.
[re:3] Winnie2 am 07.07. 11:47
+1 -
@HeadCrash:
Bei PV-Anlagen müssen keine seltenen Erden verwendet werden. Diese können zwar zur Steigerung des Wirkungsgrades genutzt, PV-Anlagen funktionieren aber auch ohne.

In Brennelementen von AKWs können übrigens ebenfalls seltene Erden enthalten sein.
[re:2] bigspid am 07.07. 10:58
+3 -
@HeadCrash: Die Brennstäbe müssen aber auch erst hergestellt werden und das ist mindestens genauso umweltschädlich wie der Abbau von Kohle.
[re:1] Rashiade am 07.07. 11:08
+3 -
@bigspid: Und zusätzlich dazu ist Russland da auch noch Marktführer.
[re:3] witek am 07.07. 11:00
+4 -3
@HeadCrash: Ich hätte da (unter anderem) vier Argumente: Kyschtym, Three Mile Island, Tschernobyl, Fukushima.
[re:1] HeadCrash am 07.07. 11:10
+6 -
@witek: Das sind eben alles keine Klimapunkte. Man kann sich über Sicherheit von Atomkraftwerken streiten, vor allem weil ein Problem oft gravierende Folgen hat, aber wenn man mal die Anzahl der Kraftwerke ins Verhältnis setzt, ist und bleibt Atomkraft weitgehend sicher.

Dass es nicht perfekt ist, ist mir klar. Aber jeder Mensch mit Sinn und Verstand muss erkenne, dass wir nicht einfach Gas, Kohle, Öl und Atomkraft abschalten können, weil wir gar nicht ind er Lage wäre, den aktuellen, geschweige denn den zukünftigen Energiebedarf mit den aktuellen Technologien aus erneuerbaren Energien zu befriedigen.

Und mir streuben sich die Haare, wenn ich höre, dass man dann eher erwägt, die Kohlekraftwerke länger zu betreiben. Da müssten die Klimaschützer eigentlich den Spontantod sterben.
[re:4] Rashiade am 07.07. 11:07
+2 -1
@HeadCrash: Kernkraft ist eine der teuersten Energieformen und nur durch massive staatliche Förderung überhaupt betreibbar.
Ja, du kannst den Atommüll auch vor deine Haustür schütten, das wird dem Klima nicht schaden. Problem ist halt, dass wir zusätzlich zum Klima auch den Menschen schützen wollen und scheinbar keiner Bock auf Aussterben hat.

"[...] hätten wir vielleicht schon bessere Möglichkeiten [...]"
Vielleicht hätten wir aber auch keine besseren Möglichkeiten. Ein Glücksspiel für eine strahlende Zukunft? In die Forschung von Kernenergie wurde und wird so viel Geld gesteckt, und wie du siehst, gibt es derzeit eben noch kein funktionierendes Konzept, bisher nur auf dem Papier. Und selbst, wenn die Endlagerung dann erledigt ist stehen wir noch immer vor dem Problem, ein KKW sicher zu betreiben.

Du würdest ja auch nicht von einer Autobahnbrücke springen und denken: "Vielleicht fällt mir bis unten ja noch was Cooles ein"
[re:1] HeadCrash am 07.07. 11:12
+2 -1
@Rashiade: Mit dem Argument "vielleicht hätten wir aber auch keine besseren Möglichkeiten" vermittelst Du quasi den Wunsch, jegliche Forschung einzustellen. Denn keine dieser Forschungen kommt mit einer Garantie auf Erfolg ;-) Warum also überhaupt noch in neuen Bereichen oder gar in alten forschen?
[re:1] Rashiade am 07.07. 12:22
+ -
@HeadCrash: Seltsame Interpretation.
Auf "Vielleicht" baut man keine Grundlage auf, die einen nicht gerade kleinen Teil des Lebens dieses Planeten vernichten oder auf unbegrenzte Zeit verstümmeln kann.

Für die Forschung braucht man keine Tonnen des Materials.
[o5] dahoood am 07.07. 11:06
+ -
Eigentlich immer noch ziemlich krass, dass wir die absolut meiste unserer Energie dadurch generieren, indem wir Wasser kochen...wenn ich so darüber nachdenke, erscheint mir das schon fast prähistorisch :-D
[re:1] Rashiade am 07.07. 11:13
+ -
@dahoood: Ja, wie früher, als die Steinzeitmenschen abends in ihrer Höhle um den Wasserkocher herum saßen ^^
[re:2] Screenzocker13 am 07.07. 13:03
+ -
@dahoood: Denk ich mir auch immer. Genauso wie man mittels Dinosaft Explosionen in einem Block mit Löchern erzeugt, damit ein Auto fährt :D
[o6] CedricR am 07.07. 15:58
+ -3
Alles dank Deutschland, weil irwie in der eu nur Deutschland für wählen darf
oder

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