Kein Diablo Immortal für China: Schuld daran ist wohl "Puuh der Bär"

Witold Pryjda, 27.06.2022 16:15 Uhr 15 Kommentare
Diablo Immortal ist an sich ein Free-to-Play-Spiel und war ursprünglich auch für den chinesischen Markt gedacht, ja prädestiniert. Doch vor kurzem wurde bekannt, dass der Blizzard-Titel dort doch nicht erscheinen wird. Der Grund ist trivial und dennoch politisch. Eigentlich sollte Diablo Immortal bereits vergangene Woche in China erscheinen, und zwar via NetEase, dem chinesischen Partner von Blizzard. Doch kurz zuvor wurde bekannt gegeben, dass das Spiel bis auf Weiteres verschoben wird und bislang war nicht richtig klar, warum das so ist. Offiziell verwies NetEase auf technische Probleme, allerdings scheint das nicht ganz der Wahrheit zu entsprechen.

Denn offenbar wurde der chinesische Staatsführer Xi Jinping auf einem Social-Media-Konto beleidigt. Die besagte Beleidigung bedarf allerdings einer Erklärung, zumindest dann, wenn man die chinesische Politik nicht ganz so gut kennt. Denn am 22. Mai wurde auf dem Diablo-Konto auf dem chinesischen Social Network Weibo folgender (frei übersetzter) Satz gepostet: "Warum ist der Bär nicht zurückgetreten?"

Diablo Immortal: Das Rollenspiel startet heute für PC, Android und iOS
videoplayer

Puuh der Bär ist gleich Xi Jinping

Was harmlos klingt, gilt in China als eine Art schwere Majestätsbeleidigung: Denn Xi Jinping wird aufgrund einer gewissen Ähnlichkeit mit der beliebten Disney-Figur als Puuh der Bär verspottet, entsprechend humor- und gnadenlos werden auch Anspielungen darauf gehandhabt. Der Weibo-Beitrag wurde mittlerweile gelöscht, ist aber u. a. von Nutzern auf Reddit archiviert worden.

Der Reddit-Beitrag verweist auf einen angeblichen Marketing-Mitarbeiter im Team von Diablo Immortal, der den besagten Tweet möglicherweise aus Versehen abgeschickt hat. Es wird spekuliert, dass dieser vergessen haben könnte, das Konto zu wechseln und den "Bär"-Beitrag unbeabsichtigt verschickt hat.

Der Post soll jedenfalls ein Riesenecho in China gehabt haben, die Folge war, dass das Marketing von Diablo Immortal komplett heruntergefahren wurde, auch NetEase war und ist schwer betroffen. Laut unbestätigten Gerüchten werde NetEase die nächsten drei Jahre keine Lizenz mehr bekommen, ein Spiel zu veröffentlichen, heißt es dazu weiter - damit wären also auch Diablo 4, Overwatch 2 und WoW Dragonflight betroffen.

Siehe auch:
15 Kommentare lesen & antworten
Folge WinFuture auf Google News
Verwandte Themen
Diablo
Desktop-Version anzeigen
Hoch © 2022 WinFuture Impressum Datenschutz Cookies