Bungie findet und verklagt YouTuber, der Massen-Takedowns versandte

Witold Pryjda, 24.06.2022 12:45 Uhr 3 Kommentare
Im März hatten es Bungie und Fans des Shooters Destiny 2 mit einer Serie von ungewöhnlichen Urheberrechtsbeschwerden zu tun. Denn es gab eine Reihe an mysteriösen DMCA-Takedowns, doch mittlerweile ist das Rätsel gelöst und der Verantwortliche wurde nun verklagt. Bungie gegen YouTuber und andere Inhalte-Erschaffer: Das war das Bild, das man auf den ersten Blick bekommen konnte. Denn die Videos zahlreicher Destiny-Fans (betroffen waren vor allem Soundtracks) wurden im März per DMCA-Takedowns gesperrt, diese wurden - so schien es - auch im Namen von Bungie verschickt. Allerdings war schnell klar, dass das Spielestudio nichts damit zu tun hat, denn auch der Destiny-Entwickler selbst war von diesen Abmahnungen betroffen.

Aus Rache vorgegeben, Bungie zu sein

Mittlerweile ist klar, wer dafür verantwortlich war, nämlich ein YouTuber namens Nick Minor alias "Lord Nazo". Den Schuldigen zu finden, war übrigens eine alles andere als einfache Aufgabe, wie man aktuell bei TorrentFreak nachlesen kann. Der Kalifornier hat hier offenbar aus Rache gehandelt, denn Minor hat aus einem Takedown gegen ihn Copyright-Beschwerden gegen 96 andere YouTuber gemacht.

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Wie TheGamePost berichtet, hat Bungie-Partner CSC Global im vergangenen Dezember Minor eine rechtmäßige DMCA-Abmahnung geschickt, er sollte Musik aus der Destiny-Erweiterung The Taken King löschen. Daraufhin erschuf Minor ein E-Mail-Konto, das jenem von CSC ähnelte, diesen Account nutzte er, um Takedowns gegen andere YouTuber zu verschicken, auch ein offizielles Bungie-Konto bekam solche "Post".

Mehr als das: Auf seinem eigenen Kanal startete "Lord Nazo" eine laut Bungie "Desinformationskampagne". Minor soll Berichte über überzogene Copyright-Strikes verbreitetet und Bungie fälschlicherweise für eine überaggressive Durchsetzung verantwortlich gemacht haben. Dazu hat er ein überzogenes "Manifest" verbreitet, in dem er angebliche andere Community-Mitglieder zitierte, die wegen des angeblichen Bungie-Vorgehens verzweifelt waren.

Bungie hat die Sache mittlerweile geklärt und hat nun Minor wegen Verleumdung, gefälschter DMCA-Takedowns und (ironischerweise) Urheberrechtsverletzung auf Schadenersatz verklagt.
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