China: Influencer müssen Fachwissen über bestimmte Themen belegen

Witold Pryjda, 23.06.2022 11:28 Uhr 21 Kommentare
Es ist eine fürs Internet fast revolutionäre Idee, die viele Probleme in unserer Gesellschaft lösen könnte: Menschen sollen nur noch über die Themen sprechen, von denen sie eine Ahnung haben. In China soll das zur Realität werden, zumindest bei Bereichen wie Recht und Medizin. Chinas Zensurpolitik und der Umgang mit Meinungsfreiheit sind in der Regel natürlich alles andere als akzeptabel, dennoch hat die Staatsführung des bevölkerungsreichsten Landes der Erde mitunter Ideen, die der Westen gerne übernehmen könnte und auch sollte. Denn künftig genügt in China nicht mehr ein Diplom der YouTube-Universität oder des College of Facebook, um als Influencer oder Live-Streamer über bestimmte Themen sprechen zu dürfen.

Fachthemen erfordern Fachkenntnis

Denn die Medienbehörde des Landes und das Ministerium für Kultur und Tourismus haben in einem gemeinsamen Statement bekannt gegeben (via CNBC), dass Influencer, die über bestimmte Themen sprechen, die eine "höhere Fachebene" erfordern, auch eine entsprechende Qualifikation benötigen. Wer also über juristische oder medizinische Sachverhalte im Internet sprechen will, der muss auch eine passende Ausbildung mitbringen und diese auch belegen.

Das ist nicht die erste und sicherlich nicht die letzte Maßnahme, mit der Peking Kontrolle über den auch in China enorm populären Live-Streaming-Markt erlangen will. Bereits zuvor wurde es Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren verboten, nach 22 Uhr Livestreaming-Inhalte anzusehen und Influencern virtuelle bzw. finanzielle "Geschenke" zu machen.

Influencern ist es schon seit längerem untersagt, bestimmte Verhaltensweisen zu zeigen, darunter übermäßige Lebensmittelverschwendung, viele Luxusgüter oder einen extravaganten Lebensstil. Kritik an der kommunistischen Partei ist natürlich pauschal verboten, die Inhalte sollten zudem nicht sexuell anzüglich oder provokativ sein.

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