Amazon gehen die Arbeitskräfte aus, massive Probleme befürchtet

[o1] pcfan am 22.06. 19:53
+8 -3
Passiert halt, wenn man löhne minimiert, Gewerkschaften blockiert und Mitarbeiter übertrieben antreibt.

Irrgendwann spricht es sich rum.

Und aktuell scheint es ja eh auf dem Markt etwas Arbeitskräftemangel zu geben. Und solche Bereiche merken das dann als erstes.
[re:1] BuzzT.Ion am 22.06. 22:46
+3 -4
@pcfan: Passiert aber auch wenn sich immer mehr große Unternehmen ansiedeln und dann andere wie Vermieter, Verkäufer usw. die Taschen voll machen wollen.
Klar kann Amazon die Löhne erhöhen, aber was passiert dann mit den Mieten etc.? Genau, diese werden auch wieder steigen, will ja jeder was vom Kuchen abhaben. Siehe NewYork, Silicon Valley usw. Für den Mitarbeiter wird es meist eine 0 Rechnung sein. Hier kann ich sogar aus Erfahrung sprechen, denn bei uns in der Stadt haben sich viele dieser Logistikcenter niedergelassen (Amazon, Otto, MediaMarkt-Saturn, Zalando usw.). Alles bei uns im Gewerbegebiet. Die Einwohnerzahlen sind gestiegen, aber auch die Preise. Und unter den Preisen leiden dann alle, auch die die nicht in so einem Logistikcenter arbeiten. Wie man es dreht, mehr Geld bedeutet nicht mehr in der Tasche beim kleinen Mann, nur bei den Großen.
P.S. an die Minusklicker, bringt lieber Gegenargumente oder seid ihr vielleicht ein Teil der "Großen" :-)
[re:1] thinal am 23.06. 07:45
+ -1
@BuzzT.Ion: Gegenargumente ist nicht schwierig. Es geht ja im Wesentlichen um schon vorhandene Logistik-Zentren, die um die lokalen Arbeitskräfte konkurrieren. Deine Argumente wären valide, wenn es sich um massive Ansiedlung von neuen Firmen, Zuzügen und damit um Wohnungsknappheit drehen würde.
[re:1] BuzzT.Ion am 23.06. 09:05
+1 -1
@thinal: Okay, dann nehmen wir halt die schon vorhanden Logistikcenter. Die Vermieter und Verkäufer vor Ort sehen, Amazon macht seit Jahren Milliarden Gewinne. Nun wollen die auch ein Stück vom Kuchen abhaben. Dann kommt noch Wohnraumknappheit hinzu etc.
Kommen wir zu dem gleichen Ergebnis, die Kleinen bekommen nichts, zahlen noch drauf und die Großen sacken immer mehr ein.
Es muss sich nicht nur um massenweise Ansiedlung handeln. Auch wenn schon alles vorhanden ist, steigen die Preise.
Und mein erster Satz ist ja klar und deutlich ausgedrückt: "Passiert aber auch wenn sich immer mehr große Unternehmen ansiedeln und dann andere wie Vermieter, Verkäufer usw. die Taschen voll machen wollen."
Hier sollte die Bedeutung des Wortes "auch" bewusst sein. Ich habe quasi nur ein weiteres Beispiel genannt warum und wieso dieser ganze Schmarn voll fürn A.... ist. Immer schneller, immer höher, immer weiter, immer reicher, immer ärmer.
Was mir noch einfällt dazu. Früher (und vielleicht auch heute noch) haben große Firmen den Mitarbeitern die Wohnung gestellt. Aber, weil ja immer mehr Gewinn am Ende rauskommen musste, wurde dies nach und nach immer weiter eingestellt. Wieder schaut der Kleine in die Röhre und der Große kassiert ab.
[o2] Mixel am 22.06. 20:11
+3 -5
In den republikanischen Staaten wundert mich der Mangel an Arbeitskräften am wenigsten, denn die Trump Anhänger sind selbst für die einfachsten Aufgaben zu dumm. Mit der Bedienung eines Waren Scanners wären sie hoffnungslos überfordert.
[re:1] pcfan am 22.06. 20:33
+ -2
@Mixel: Naja, nach einer 6 Monatigen Schulung vielleicht, aber nur, solange alles GENAU so läuft wie in der Schulung. Sobald mal eine unvorhergesehen Sache passiert gibts Brain Reset ;)
[re:2] rallef am 23.06. 13:04
+ -
@Mixel: Ob man mit den Schneeflöckchen von links außen so viel mehr anfangen kann, möchte ich an dieser Stelle mal offen lassen^^
[o3] HeadCrash am 22.06. 20:46
+3 -5
Würde mich nicht wundern. Logistik war noch nie ein besonders beliebtes Arbeitsumfeld, da Lagermitarbeiter*innen eher als "notwendiges Übel" angesehen werden. Zudem sind Kommissionieren oder Verpacken auch nicht unbedingt spannende, kreative Tätigkeiten und bei den immer größer werdenden Mengen im Online-Handel werden auch die Arbeitszeiten immer unbequemer/länger und der Durchsatz muss ständig erhöht werden.

Da könnte man jetzt zwar bedingt mit anderen Löhnen gegenwirken, aber das macht die Tätigkeit als solches leider nicht attraktiver.
[re:1] rallef am 23.06. 13:07
+1 -
@HeadCrash: Für Berufsanfänger vielleicht gar nicht so schlecht, um ein wenig Struktur und Disziplin in sein Leben zu bringen. Auf Dauer sollte man sich natürlich für etwas besseres qualifizieren.
[re:1] HeadCrash am 23.06. 13:23
+ -1
@rallef: Ist Geschmackssache. Ich habe lange genug in der Logistik (auf der Seite der Logistiksoftware) gearbeitet, um zu sehen, wie es dort zugeht. Für mich wäre das nichts. Die Mitarbeiter*innen hatten zwar augenscheinlich Spaß an der Arbeit (zumindest viele), aber wenn man sich z.B. das Verhalten zu Arbeitsbeginn und -ende anschaut (alle stehen wie die Lämmer um die Stempeluhr, damit sie ja exakt pünktlich ein- und ausstempeln ohne auch nur eine Minuten länger zu arbeiten), dann wirkte das nicht so, als wären die Leute mit Spaß bei der Arbeit.

Und die meisten sehen sich selbst auch nur als Ressource. Alles, was wir damals getan haben, um die Arbeit für die Mitarbeiter*innen im Lager zu verbessern und angenehmer oder weniger fehleranfällig zu machen, wurde uns vor die Füße geworfen mit der Begründung, dass man bloß nicht effizienter werden darf, weil man sonst den Job verliert. Würde ich eine Chance sehen, irgendeinen anderen Mehrwert zu bringen, hätte ich persönlich niemals Angst, wenn meine Arbeit effizienter wird. Aber genau da ist das Problem: die Tätigkeit ist nicht so, dass man durch mehr Effizienz mehr Kreativität fördern oder Freiraum für andere Dinge schaffen könnte. Es geht nur um die "Abfertigung" von Waren.

Damit will ich den Job gar nicht schlecht machen, es ist aber eben einer der vielen Bereiche, in denen Menschen etwas tun, das möglichst effizient und kostengünstig sein soll. Und diese Jobs sind in der Regel nicht von Selbsterfüllung und Spaß geprägt, sondern von Leistungsdruck und Kostenminimierung, sprich: Entlassung sobald möglich, möglichst günstige Löhne.

Langfristig sehe ich hier nur den Ausweg, dass man solche Bereiche vollkommen automatisiert, damit die Menschen in Bereichen arbeiten können, in denen sie wirklich ihre Kreativität und ihr "Hirn" einbringen können. Denn diese Arbeiten motivieren in aller Regel auch wesentlich mehr und werden automatisch besser bezahlt, weil man als Mitarbeiter*in direkt zur Wertschöpfung beiträgt oder zumindest beitragen kann.
[o4] couch am 22.06. 21:11
mich wundert das nicht, ich habe mich mal dort beworben. Im Bereich Arbeitssicherheit. Beim Gespräch gings natürlich ums Gehalt. 35k im Jahr. Mit Bachelor und noch einer Weiterbildung. Ich konnte mir das lachen nicht verkneifen und habe ihnen bei der Suche noch viel erfolg gewünscht.....
[re:1] take1 am 23.06. 11:25
+ -
@couch: Dir hat wohl die Ausbildung mit militärischen Hintergrund gefehlt, die bekommen vielleicht mehr :D

Wer den Witz nicht versteht, diese Anforderung steht bei Amazon-Stellenbeschreibungen angehangen, die für Führungsetagen ausgeschrieben sind.
[re:2] rallef am 23.06. 13:12
+1 -
@couch: Als Berufsanfänger? Finde ich mehr als angemessen.

Wenn Bachelor der (untere!) Standard ist, kannst du dir nichts darauf einbilden.

Betrachte das als Gelegenheit Leistungsbereitschaft und Erfolge zu zeigen und bei der übernächsten Gehaltsverhandlung entsprechende Argumente einfließen zu lassen.
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