VW-Chef Diess: Wer im Restaurant isst, kann sich auch ein Auto leisten

Roland Quandt, 21.06.2022 13:23 Uhr 38 Kommentare
Dass man als Konzernchef vielleicht in einer anderen Welt lebt als der Normalbürger, bewies jüngst Herbert Diess, CEO von Volkswagen. Seiner Meinung nach kann man es sich durchaus leisten, ein Auto zu leasen, wenn man ein Steak in New York bezahlen kann. Konkret sagte Diess während des TSMC EU Symposium 2022: "Was bezahlt man für ein Steak-Abendessen in New York? 200 bis 250 Dollar pro Person? Das ist der Preis für das Leasing eines guten Autos in den USA, vielleicht sogar eines Premium-Wagens - man kann also ein gutes Auto für den Preis einer Mahlzeit bekommen."

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Gemeint ist damit die monatliche Rate für das Leasing eines Autos, die tatsächlich in den unteren Preisklassen bei rund 200 bis 250 Dollar liegen kann. Dass sich allerdings jeder, der ein Essen im Restaurant bezahlen kann, auch ein Auto leisten kann, dürfte kaum der Realität entsprechen, und das nicht nur, weil es ja nicht alleine bei den Leasing-Kosten bleibt. Ohnehin dürften die meisten Menschen kaum 250 Dollar für ein Steak-Essen für eine Person ausgeben.

Diess: Autonome Fahrzeuge brauchen noch ein bis zwei Generationen

Der etwas verquere Vergleich wurde von VW-Chef Diess während einer Veranstaltung des Chip-Vertragsfertigers TSMC in einem Bühnengespräch geäußert, berichtet der Journalist Ian Cutress von Ars Technica auf Twitter. Diess zeige damit, dass seine Einschätzung der Realität etwas aus den Fugen geraten ist, so Cutress weiter.

Bei dem Gespräch mit Diess, dessen Unternehmen natürlich zu den Kunden des weltgrößten Chip-Vertragsfertigers TSMC gehört, ging es vor allem um seine Prognosen für die weitere Entwicklung der Autobranche. Dabei erklärte er neben seiner messerscharfen Analyse des Verhältnisses zwischen den Steak-Preisen in New York und den Leasing-Kosten für ein Auto, dass autonome Fahrzeuge den Menschen jeden Tag rund eine Stunde mehr Zeit zur Erledigung anderer Dinge bringen würden.

Allerdings sieht Diess eine breitere Verwendung autonomer Fahrzeuge erst in einer oder zwei Generationen. Selbstfahrende-Autos würden seiner Meinung nach schon jetzt rund die zehnfache Menge an Programmiercode mit sich bringen, wie sie bei Smartphones üblich ist. Generell gehe der Trend zu immer weniger Chips pro Fahrzeug und einem zentralen Software-Stack statt einzeln ausgesuchter Lösungen.

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