Betrüger nehmen Kryptowährungs-Nutzer in großem Stil aus

Christian Kahle, 20.06.2022 09:54 Uhr
Die Kryptowährungs-Szene ist ein Tummelplatz für Kriminelle. Das gilt nicht nur für die Zahlungsmöglichkeiten, die sich ergeben - es gibt auch kaum andere Bereiche, in denen man als normaler Nutzer so stark im Visier von Betrügern steht. Laut den Statistiken, die bei der US-Handelsbehörde FTC geführt werden, waren die Verluste durch Krypto-Betrug im vergangenen Jahr 60-mal höher als im Jahr 2018. Das zeigt die sprunghafte Entwicklung, die hier mit den Wertsteigerungen der digitalen Systeme vor sich ging. Von 4 Dollar, die Verbrauchern und Unternehmen durch Betrug verloren gehen, entfällt inzwischen einer auf die Kryptowährungs-Kriminalität, berichtet die Los Angeles Times.

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Laut der FTC sind in ihren Statistiken für das vergangene Jahr 46.000 Opfer verzeichnet, die zusammen mehr als eine Milliarde Dollar durch Betrug verloren haben. Allerdings ist damit zu rechnen, dass es in dem Bereich eine recht hohe Dunkelziffer gibt, da viele Fälle gar nicht bei den Behörden gemeldet werden.

Nutzer sollten vor allem sehr gut überprüfen, wo sie Geld investieren, wenn sie im Krypto-Segment aktiv werden wollen. "2021 entfielen 575 Millionen Dollar aller der FTC gemeldeten Krypto-Betrugsverluste auf falsche Investitionsmöglichkeiten, weit mehr als bei jeder anderen Betrugsart", teilte die Behörde mit.

NFTs legen stark zu

Das am schnellsten wachsende Segment sind die noch relativ neuen NFTs. Während die meisten Nutzer zumindest noch ungefähr einschätzen können, was sie mit virtuellen Währungseinheiten bekommen, herrscht bei den NFTs eher weitgehend Unwissen. Trotzdem springen viele User auf den Hype auf - und landen entsprechend oft in den Fängen Krimineller. Bereits Ende Mai lag der Schaden hier um 600 Prozent über dem, was im gesamten letzten Jahr verzeichnet wurde.

Diese Probleme sind nach Einschätzung des Anwalts Jeremy Goldman allerdings hausgemacht. Die Krypto-Technologie sei aus einem "libertären Ethos" heraus entwickelt worden, in dem "es keinen Nanny-Staat gibt, der sich um Sie kümmert". In der Konsequenz gibt es dann aber eben auch keinen Kundendienst, keinen Mutterkonzern und keine Bank, die dafür zuständig sind, entstandene Schäden zu regulieren.

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