Nach Musks Twitter-Drohung wackelt nun die Finanzierung des Deals

Witold Pryjda, 08.06.2022 10:31 Uhr 4 Kommentare
Ende April schien es noch fix zu sein, Elon Musk war mehr als entschlossen, Twitter zu übernehmen. Doch nun sieht es mit jedem Tag mehr danach aus als würde das Geschäft platzen. Musk wirft dem Unternehmen Vertragsbruch vor und nun reicht es wohl auch seinen Partnern. Elon Musk kauft Twitter: Diese Nachricht war ein mittelschweres Branchenbeben, auch weil der Milliardär und Tesla-Chef eine so polarisierende Persönlichkeit ist. Twitter wehrte sich anfangs zwar gegen diese feindliche Übernahme, der Widerstand währte aber nicht lange. Es schien dem Geschäft nichts im Wege zu stehen, doch dann meldete Musk plötzlich Bedenken an.

Konkret ging und geht es um die Anzahl der Bots und Fake-Accounts auf Twitter. Das Social-Media-Unternehmen spricht von maximal fünf Prozent, Experten und auch Musk schätzen, dass diese Zahl weitaus höher ist. Mittlerweile ist die Angelegenheit auch eskaliert, denn Musks Anwälte haben diese Woche offiziell Twitter die Rute ins Fenster gestellt und "Vertragsbruch" beklagt.


Finanzierung wackelt

Und das hat Folgen: Denn wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wackeln nun auch die finanziellen Stützen des Deals. Obwohl es anfangs klang, als würde der Twitter- und SpaceX-Chef das Geschäft alleine stemmen, war schnell klar, dass er diverse finanzielle Partner hat. Doch diese verlieren offenbar immer mehr die Lust. Aus Musks eigener Tasche sollen 33,5 Milliarden Dollar kommen, den Rest übernehmen Investoren - zwar beträgt das Gesamtvermögen Musks rund 218 Milliarden Dollar, doch der Großteil davon ist an Tesla-Aktien gebunden.

Laut Reuters bzw. mit der Angelegenheit vertrauten Quellen ist derzeit aber unklar, wie viele der Finanzpartner überhaupt zum aktuellen Zeitpunkt bereit sind, den Deal durchzuziehen, sollte Musk wieder zur Übernahme bereit sein. Es ist unklar, ob Musk überhaupt in der Lage wäre, selbst mehr zu bezahlen - denn eigentlich war er zuvor in Gesprächen mit Beteiligungsgesellschaften, damit diese ihm zwei bis drei Milliarden Dollar "abnehmen". Kurzum: Fast täglich sieht es weniger danach aus, als würde Twitter tatsächlich den Besitzer wechseln.

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