Krypto-Automaten: Saturn verkauft ab sofort Bitcoin und Ethereum

Stefan Trunzik, 01.06.2022 15:47 Uhr 8 Kommentare
Der Elektronikhändler Saturn bietet ab sofort auch Kunden aus Deutschland die Möglichkeit, Euro-Scheine an speziellen Krypto-Automaten gegen Bitcoin oder Ethereum zu tauschen. Als Pilotprojekt startet der "Handel" mit den Kryptowährungen in Köln, Frankfurt und Dortmund. Nach einem mehrjährigen Testballon in Österreich entscheidet sich MediaMarktSaturn, die Krypto-Automaten in Kooperation mit Kurant auch in hiesigen Filialen zu platzieren. Bereits seit Anfang Mai können Saturn-Kunden in Köln (Hohe Straße), Frankfurt (Zeil) und Dortmund (City) ihr Bargeld gegen die weiterhin stark im Kurs schwankenden Kryptowährungen Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) eintauschen. Der Händler will somit einen "verbraucherfreundlichen Einstieg in die Welt der Kryptowährungen" ermöglichen.

Saturn Bitcoin-Automaten
An diesen Terminals können Saturn-Kunden Kryptowährungen kaufen

Bisher war die Suche nach einer passenden Handelsplattform für BTC und ETH mit einem gewissen Rechercheaufwand in Hinsicht auf Gebühren, Kurs und Seriosität verbunden. Eine Hemmschwelle, die von Otto Normalverbraucher nur selten überwunden wird. Mit dem vorerst auf sechs Monate begrenzten Pilotprojekt will Saturn jetzt zumindest versuchen, den Massenmarkt zu erreichen.

MediaMarktSaturn gibt an: "Der Ablauf ist simpel. Nach einer einmaligen Erstregistrierung unter www.kurant-btm.de/registerde lädt sich die Kundin oder der Kunde eine Wallet-App auf das Smartphone. Im nächsten Schritt wird am Automaten der Betrag gewählt. Anschließend erstellt die App einen QR-Code - die Adresse der Wallet. Der Code wird am Automaten eingescannt, der Wunschbetrag in bar eingezahlt und der entsprechende Bitcoin-Betrag der digitalen Wallet gutgeschrieben."

Wer steckt hinter den Automaten und welche Gebühren fallen an?

Kurant bezeichnet sich selbst als Marktführer für den Betrieb von Bitcoin-Automaten in Europa und verspricht einen nach Richtlinien der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) konformen Betrieb seiner Automaten in Deutschland. Bei der Frage nach eventuell anfallenden Gebühren gibt Kurant jedoch keine wirklich präzise Antwort: "Den konkreten Kurs Ihrer gewünschten Kryptowährung inklusive der anfallenden Gebühren finden Sie immer aktuell am Automaten, bevor Sie eine Transaktion starten" - Also eine Überraschung?

Verfolgt man den Weg von Kurant weiter, fällt auf, dass der Automatenbetreiber in Deutschland mit dem Anbieter Spot9 kooperiert. Dieser ist für eine digitale Verifizierung der Käufer via IDnow (z.B. VideoIdent oder eID) verantwortlich und arbeitet unter anderem mit der Hamburger Sutor Bank sowie der Kryptobörse Bitstamp zusammen.

Im Vergleich zum aktuellen Bitcoin-Kurs auf ebenso bekannten Handelsplattformen wie Binance, Kraken oder Coinbase liegen die Kursunterschiede bei Bitstamp in einem vertretbaren, geringen zweistelligen Euro-Wert (z.B. 1 BTC = 29.600 Euro vs. 29.630 Euro).


Die Frage nach den anfallenden und scheinbar variablen Gebühren bleibt aufgrund der involvierten Akteure jedoch weiterhin ungeklärt. Schließlich wollen mindestens vier Unternehmen am Handel mit den Kryptowährungen verdienen - Saturn, Kurant, Spot9 und Bitstamp. Ebenso abzuwarten bleibt, ob nur die vom Automaten vorgeschlagene Wallet oder auch alternative Smartphone-Wallets zum Kauf verwendet werden dürfen.

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