Meta, YouTube und Co. sollen russische Kriegsverbrechen archivieren

Witold Pryjda, 13.05.2022 10:32 Uhr
Der russische Angriff auf die Ukraine ist der erste Krieg der Geschichte, dessen Propaganda und auch Beobachtung und Dokumentierung auf sozialen Medien wie Facebook, Twitter und YouTube stattfindet. Der US-Kongress will, dass Beweise für Kriegsverbrechen archiviert werden. Seit dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine sind Twitter und Co. ein zentraler Schauplatz für Information, aber auch Desinformation. Tweets, Posts und Videos zeigen dabei auch immer wieder Schreckenstaten, diese werden zum überwiegenden Teil von den russischen Truppen verübt.

Und diese Dokumente sollen auch keinesfalls verschwinden, fordern nun mehrere Mitglieder des US-Kongresses. Sie verlangen von den jeweiligen Unternehmen, dass Inhalte, die womöglich aufgrund zu expliziter Inhalte gelöscht werden, auch später zugänglich sein sollten.

Beweise für Kriegsverbrechen erhalten

Wie TechCrunch berichtet, verlangen US-Politiker in Briefen, die an die jeweiligen Unternehmen geschickt wurden, dass jeder Beweis für Kriegsverbrechen erhalten werden soll. Konkret gingen solche Schreiben an Meta (Facebook, Instagram und WhatsApp), Google bzw. YouTube, Twitter und auch TikTok, adressiert wurden diese an die jeweiligen CEOs.

Die Politiker sind der Ansicht, dass Bilder und Videos aus sozialen Medien künftig essentiell sein werden, um Täter zu überführen und sie wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit anklagen zu können. Konkret geht es um Kriegsvideos, die einen hohen Grad an Gewalt aufweisen, diese werden oftmals gelöscht. Zwar archiviert beispielsweise Facebook solche Videos schon jetzt, standardmäßig aber nur für 90 Tage.

Gegenüber der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) teilte Meta allerdings mit, dass man diese Frist gelegentlich auch schon jetzt auf Wunsch und Anordnung von Behörden verlängert. Doch im Fall des Ukraine-Krieges soll es eine automatische Archivierung geben, dazu sollen die Plattformen mit internationalen NGOs zusammenarbeiten, um hierzu einen legalen und effektiven Weg zu erarbeiten.

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