IT-YouTuber trollen betrügerische "Microsoft-Support"-Call Center

Witold Pryjda, 10.05.2022 15:14 Uhr 3 Kommentare
Betrüger, die angeblich im Auftrag von Microsoft und Co. anrufen, gibt es zuhauf. Meistens sind diese außerhalb der Reichweite von Behörden, da sie in dubiosen Call-Centern in Indien und ähnlichem sitzen. Mehrere YouTuber haben die Sache selbst in die Hand genommen - mit Erfolg. Viele von uns kennen solche Anrufe: Menschen mit oftmals gebrochenem Deutsch oder Englisch (meist mit indischem Akzent), die behaupten, im Auftrag von Microsoft und Co. anzurufen. Wer sofort auflegt, der kann den diversen Betrugsmaschen leicht entgehen, es gibt aber viele weniger erfahrene Nutzer, die darauf reinfallen.

Das wissen auch die YouTuber Mark Rober, Jim Browning und einige weitere, die sich Robers Idee angeschlossen haben. Der ehemalige NASA-Techniker hat es sich bereits früher zur Aufgabe gemacht, Betrüger zu entlarven. Denn der Tüftler hat bereits früher so genannte Glitter-Bomben gebastelt, um Paketdiebe zu überführen. Diese "explodieren" in den Händen und Autos von Dieben, verletzen diese aber nicht, sondern überziehen sie mit Glitter (und Skunk-Gestank).



Betrüger mit Scherzen "gequält" - wir haben wenig Mitleid

Um die Call Center-Scammer zu überführen, hat sich Rober zunächst mit dem YouTuber-Kollegen Jim Browning zusammengetan (via PC Gamer). Dessen Kanal hat es sich zur alleinigen Aufgabe gemacht, Support-Scams und vergleichbare Betrügereien aufzuspüren. Freilich ist es nicht damit getan, Untergebene in den USA mit Glitter-Bomben zu markieren. An die Drahtzieher kommt man schwerer heran, da diese selten vor Ort sitzen.

Die Anti-Scammer-Aktivisten haben dabei "Schläfer-Agenten" angeheuert, die in den Call-Centern zu arbeiten begannen. Diese haben dort dann "Scherz-Pakete" mit so mancher ekligen Überraschung platziert, etwa Stinkbomben und Boxen mit Kakerlaken oder Mäusen. Mit Schadenfreude wäre die Geschichte nun in der Regel auch zu Ende, denn die Polizei im indischen Kalkutta schert sich normalerweise überhaupt nicht um die Machenschaften derartiger Betrüger.

Nicht so im vorliegenden Fall, denn Rober und Co. gelang es, dass die Polizei zumindest im Fall eines Call Centers tätig wird. Es gab Verhaftungen und das Call Center wurde geschlossen. Nicht zuletzt haben derartige Aktionen aber auch einen aufklärerischen Zweck, denn auf durchaus unterhaltsame Weise werden Anwender über derartige Praktiken informiert.
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