Russische Angriffe konzentrieren sich auffällig auf Windkraft-Betreiber

Christian Kahle, 27.04.2022 15:06 Uhr
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In der letzten Zeit stehen die großen europäischen und deut­schen Betreiber von Windkraft-Anlagen verstärkt unter Be­schuss. Teils trifft es auch die Zuliefer-Unternehmen. Eine Ver­bin­dung mit dem russischen Angriff auf die Ukraine ist wahrscheinlich. Sowohl das Unternehmen Nordex als auch Deutsche Windtechnik haben Angriffe auf ihre IT-Systeme vermeldet. Bekannter wurde direkt nach dem Beginn des Angriffs, dass Enercon indirekt betroffen war, nachdem russische Angreifer einen Kommunikations-Satelliten zeitweise lahmlegten, berichtet das Wall Street Journal. In der Folge brachen die Steuerungs-Verbindungen zu tausenden Windkraft-Anlagen ab.

Bei Enercon waren im Zuge dessen 5800 Turbinen vorübergehend nicht ansprechbar. Sie produzierten zwar weiterhin Strom, allerdings nicht im optimalen Rahmen, da eine Feinabstimmung nicht möglich war. Deutsche Windtechnik verlor zwischenzeitlich den Kontakt zu rund 2000 Anlagen. Nordex musste in Folge der Angriffe seine IT-Infrastruktur herunterfahren und warten.

Angriff auf Windkraft kein Zufall

Durchgeführt wurden die Angriffe wahrscheinlich von bekannten russischen Ransomware-Gruppen. Diese agieren zwar vermutlich auf eigene Faust, verfolgen aber eine politische Agenda. Konkret dürfte es darum gehen, Russland im laufenden Konflikt in irgendeiner Form beizustehen und zumindest ein wenig Rache für die harten Wirtschaftssanktionen bekommen zu können.

Dass Betreiber von Windkraft-Anlagen ins Visier geraten, ist dabei kein Zufall. Das Ziel der deutschen Regierungspolitik besteht aktuell unter anderem darin, die erneuerbaren Quellen auszubauen, um von den aus Russland importierten fossilen Energieträgern schnellstmöglich unabhängig zu werden. Zuvor hatten die politisch Verantwortlichen über viele Jahre dafür gesorgt, dass die deutsche Wirtschaft aktuell am Tropf des Diktators im Osten hängt.

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