Microsoft wollte Blizzard schon in Vergangenheit übernehmen - zwei Mal

Witold Pryjda, 19.04.2022 15:29 Uhr 7 Kommentare
Anfang des Jahres sorgte Microsoft - und das konnte man sicherlich schon damals sagen - für einen der spektakulärsten Deals des Jahres: Denn der Redmonder Konzern kündigte an, Activision Blizzard zu übernehmen. Im Fall von Blizzard ist das auch nicht der erste Versuch. Derzeit ist die Übernahme von Activision Blizzard noch im Stadium der Absicht, denn die Aktionäre des bekannten Publishers und Entwicklers müssen dem Deal erst ihre Zustimmung erteilen. Selbst dann ist das Geschäft nicht automatisch durch, denn danach muss es erst von diversen Kartellbehörden abgesegnet werden.

Zwei Übernahmeversuche zuvor

Im Fall von Blizzard ist das aber nicht das erste Mal, dass sich Microsoft an einer Übernahme versucht. Denn laut Ed Fries, also einem der Väter der ersten Xbox, ist das der insgesamt dritte Anlauf, jedenfalls wenn man die Macher von Starcraft, Warcraft, Diablo und Co. separat betrachtet.

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Denn dem ehemalige Microsoft-Manager wurde im Gespräch mit dem The XboxEra-Podcast die Frage gestellt, ob es "Gaming-Übernahmen" gegeben habe, die er gerne während seiner Zeit in Redmond abgeschlossen hätte. Und Fries verriet in einer für dieses Geschäft eher ungewöhnlichen Offenheit, dass Microsoft in Vergangenheit nicht nur einmal, sondern zwei Mal Blizzard übernehmen wollte (via IGN).

Das erste Mal war das 1994 der Fall, der zweite Versuch erfolgte vier Jahre später: "Blizzard wird ein zweites Mal zum Verkauf angeboten. Und ich biete wieder, und diesmal werde ich von einem französischen Wasserversorger überboten", erinnert sich Fries. Damit ist natürlich Vivendi gemeint: Der französische Medienkonzern hat seine Ursprung als Wasserversorgungsgesellschaft namens Compagnie Générale des Eaux und schnappte sich damals Blizzard.

Fries deutete an, dass Blizzard auch danach auf dem Radar von Microsoft war, es nach der Veröffentlichung von World of Warcraft jedoch unmöglich wurde, an einen Kauf zu denken - jedenfalls bis Microsofts Kriegskasse so voll war, dass man sogar den größeren Brocken Activision Blizzard schlucken konnte.

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