Russland stört den GPS-Empfang in der Ukraine, so das US-Militär

Witold Pryjda, 13.04.2022 16:42 Uhr 8 Kommentare
Russlands Angriff auf die Ukraine ist ein moderner Krieg, auch wenn Tod, Zerstörung und Leid "alter Schule" sind. Doch immer häufiger spielt Technik eine Rolle, dazu zählen Hacking, Drohnen und auch Satelliten-Navigation. Doch GPS wird in der Ukraine offenbar gestört. Satelliten-gestützte Navigation ist aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken, man denke nur an Anwendungen wie Google Maps. Doch die genaue Position von Menschen, Objekten oder Truppeneinheiten spielt auch oder besser gesagt insbesondere im Krieg eine große Rolle. In der Ukraine ist GPS derzeit aber mancherorts offenbar nicht oder nur schwer "erreichbar".

Denn laut der US-amerikanischen militärischen Weltraumbehörde Space Force hat Russland in der Ukraine per Störsendern die Satelliten des Global Positioning System (GPS) ins Visier genommen. Das bedeutet, dass u. a. Navigations- und Kartenanwendungen in der Ukraine nicht mehr oder nicht mehr so gut genutzt werden können.

Störsender sollen Positionsbestimmung erschweren

"Die Ukraine kann möglicherweise kein GPS verwenden, weil es Störsender gibt, die verhindern, dass sie verwertbare Signale empfangen", sagte David Thompson, General bei der Space Force, gegenüber NBC Nightly News (via Space). "Die Russen wissen natürlich um den Wert und die Bedeutung von GPS und versuchen, andere daran zu hindern, es zu benutzen."

Thompson merkte an, dass Russland bisher keine Satelliten im Orbit angegriffen hat, das aber auch nicht ganz auszuschließen sei. Von den Störsendern betroffen ist das Navstar-System, dieses wird von den USA betrieben und genutzt, steht aber auch allen anderen Ländern offen zur Verfügung. Navstar arbeitet auf insgesamt 24 Haupt-Satelliten, die die Erde alle zwölf Stunden umkreisen. Wie effektiv die russischen Störsignale sind, ist nicht bekannt, eine komplette Blockade dürfte allerdings schwierig bis unmöglich sein.
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