Ukraine-Krieg: Microsoft & Co helfen, Angriff auf Stromnetz zu stoppen

Roland Quandt, 13.04.2022 12:23 Uhr 2 Kommentare
Sicherheitsexperten aus der Ukraine ist es offenbar mit Hilfe von Microsoft und dem Dienstleister ESET gelungen, eine Attacke von Unterstützern des russischen Angriffskriegs gegen das Land auf Teile der Stromversorgung zu stoppen. Dabei stießen sie auch auf eine neue Malware-Variante. Wie das CERT-UA, also das Computer Emergency Response Team der ukrainischen Regierung, mitteilte, versuchten Angreifer, eine neue Variante der Malware Industroyer zu verwenden, um "einige Infrastrukturelemente" außer Betrieb zu setzen. Es ging anscheinend darum, Unterstationen in der Hochspannungsversorgung der Ukraine lahmzulegen.

Unterstationen des Stromnetzes sollten letzten Freitag abgeschaltet werden

Bisher gab es nach einer spätestens im Februar 2022 erfolgten Kompromittierung der betroffenen Systeme mindestens zwei Angriffswellen. Zuletzt hatten die Angreifer offenbar vor, Teile der Stromversorgung am Freitag der letzten Woche abzuschalten. Diese Versuche seien vorerst gestoppt worden, hieß es.

Wie genau Microsoft in das Vorgehen gegen die Attacken involviert war, ist derzeit noch offen. Der Sicherheitsdienstleister ESET aus der Slowakei erklärte, dass man mit den Ukrainern kooperiert hat, um die Angriffe zu stoppen. Hinter dem Angriff steckt angeblich eine "Sandworm" genannte Gruppe von Hackern, die immer wieder mit der russischen Regierung in Verbindung gebracht wird.

Bei der jetzt gestoppten Attacke gelangten die Angreifer angeblich zunächst in das interne Netzwerk des staatlichen Energieversorgers, von wo aus sie über eine Reihe von SSH-Tunneln auf bisher ungeklärte Weise Zugang zum sogenannten "Industrial Control System" erlangten, das für die Steuerung der Anlagen im Stromnetz verwendet wird.

Nach Angaben der ukrainischen Regierung gegenüber Reuters soll es sich bei den Angreifern um ein "militärisches Hacking-Team" handeln. Es sei versucht worden, zunächst Teile der Infrastruktur für die Stromversorgung auszuschalten, bevor dann mit weiterer spezieller Software dafür gesorgt werden sollte, die Bemühungen der Betreiber zur Behebung der Probleme zu behindern.
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