Piraterie: VPN-Anbieter muss Filmunternehmen rund 15 Mio. $ zahlen

Witold Pryjda, 31.03.2022 12:05 Uhr 3 Kommentare
Anbieter von Virtual Private Networks (besser bekannt unter der Abkürzung VPN) sind schon lange im Visier der Content-In­dus­trie. Denn per VPN kann man seine Identität verschleiern, auch in Be­zug auf Ur­he­ber­rechts­ver­stö­ße. Nun musste ein An­bie­ter eine Nie­der­la­ge einfahren. VPN-Dienste sind beliebt, im Geschäftsbereich, aber auch dem privaten Umfeld. Der zentralen Punkte sind hier die Sicherheit und Datenschutz, wie die Kunden das einsetzen, ist für die VPN-Unternehmen nicht von Relevanz. Es ist aber klar, dass solche Dienste auch für illegale Zwecke verwendet werden, allen voran im Zusammenhang mit dem Download urheberrechtlich geschützter Inhalte.

In den letzten Jahren sind VPN-Anbieter deshalb immer häufiger ins Visier von Filmunternehmen und ihren Anti-Piraterie-Dienstleistern sowie -Anwälten geraten. Vor allem dann, wenn sie für ihre Dienste explizit im Zusammenhang mit Piraterie werben.

Mit Piraterie explizit geworben

So wie LiquidVPN: Denn das Unternehmen wurde vor einem Jahr im Wesentlichen verklagt, Beihilfe zu Piraterie zu leisten. Wie TorrentFreak berichtet, sind VPNs eigentlich neutrale Dienste, ganz wie herkömmliche Provider. Laut den klagenden Filmunternehmen ist das aber bei LiquidVPN nicht der Fall. Die Kläger schrieben: "Die LiquidVPN-Beklagten werben aktiv für ihren LiquidVPN-Dienst zum Zwecke der Filmpiraterie, einschließlich der Verletzung der Werke der Kläger."

Konkret wurde argumentiert, dass man sich explizit als "Popcorn-Time VPN" beworben und dabei auch geholfen habe, die Filme der Kläger (darunter "Angel Has Fallen", "Dallas Buyer's Club", "Hellboy" und "Rambo 5: Last Blood") illegal zu beziehen.

Nun hat das zuständige Gericht ein Urteil dazu veröffentlicht und das folgte weitgehend der Argumentation der Kläger: "Die Beklagten von LiquidVPN haben die Nutzer von Popcorn Time vorsätzlich zu direkten Verstößen veranlasst und ermutigt", schrieb die Bundesrichterin Beth Bloom in ihrer Urteilsbegründung.

LiquidVPN muss für insgesamt 66 Filme Schadenersatz zahlen, und zwar 150.000 pro Verstoß. Das ergibt knapp zehn Millionen Dollar. Dazu kommen noch fast fünf Millionen Dollar für die Änderung von Informationen zur Urheberrechtsverwaltung, was einen DMCA-Verstoß darstellt.
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