Russischer Entwickler ruft zu Piraterie von eigenem Spiel auf

Witold Pryjda, 29.03.2022 15:17 Uhr 14 Kommentare
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Zwar läuft die Propaganda-Maschine des Putin-Regimes wie geschmiert, viele Russ*innen sind aber dennoch gegen den Krieg. Das bedeutet auch, dass viele Bürger*innen für etwas bestraft werden, das sie eigentlich nicht unterstützen. So wie das russische Studio Four Quarters. Der russische Entwickler Four Quarters ist eigentlich gegen den Krieg mit der Ukraine. Und im Gegensatz zu so vielen russischen Bürger*innen sagt man das auch. Doch das bedeutet nicht, dass das Studio nicht von den Sanktionen betroffen ist. Denn man bekommt dennoch die wirtschaftlichen Strafmaßnahmen gegen die Russische Föderation zu spüren.

So ist auch Steam betroffen, konkret bedeutet das, dass Entwickler aufgrund der finanziellen Sanktionen keine Gelder über das Spiele-Distributionsnetzwerk von Valve ausbezahlt bekommen. Wie TorrentFreak berichtet, gibt es zwar Alternativen, diese sind aber unsicher und es gibt keine Garantien, dass sie auf Dauer funktionieren. Auch für russische Gamer ist die Situation nicht viel besser: Zahlungsmethoden wie Visa, Mastercard und PayPal werden nicht länger unterstützt, sie können auf Steam deshalb keine Games mehr kaufen.

"Erhebt die Piraterie-Flagge"

Four Quarters, dessen Endlos-Rollenspiel Loop Hero sich fast zwei Millionen Mal verkauft hat, reagiert nun auf ungewöhnliche Art und Weise auf die Einschränkungen und Sanktionen: Man hat Nutzer aufgerufen, das Spiel per BitTorrent herunterzuladen, also im Wesentlichen als Piraterie-Version.

In einem Beitrag auf dem russischen Facebook-Konkurrenten VKontakte teilten die Entwickler mit, dass Nutzer die "Piraterie-Flagge emporstrecken" und das Spiel herunterladen sollen. Den Link zur dazugehörigen Seite bei RuTracker liefert man gleich selbst mit.

Für die Entwickler ist das klare Bekenntnis gegen den Krieg, das man u. a. auf Twitter abgegeben hat, nicht ohne Folgen geblieben: Einer der Entwickler konnte ins benachbarte Georgien flüchten und ist eigenen Angaben zufolge jetzt in der Lage, sich endlich frei zu äußern.
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