Tests des Gesamt-Systems: James Webb könnte kaum besser arbeiten

Christian Kahle, 17.03.2022 11:38 Uhr 1 Kommentare
In der Wissenschafts-Community dürfte die gespannte Erwartung nun einiger Freude weichen. Denn die Tests des neuen James-Webb-Weltraumteleskops haben gezeigt, dass alle Spiegelsegmente wie geplant ausgerichtet sind und alles sehr gut funktioniert. Wie die US-Raumfahrtbehörde mitteilte, könne man angesichts der Testergebnisse davon ausgehen, dass das System die Anforderungen mindestens erfüllen werde, wahrscheinlich wird man aber sogar noch über sie hinauskommen. Bis die reguläre wissenschaftliche Arbeit aufgenommen werden kann, wird es allerdings noch einige Monate dauern. Bis dahin finden noch zahlreiche Einzeltests und Kalibrierungen statt.

Im Februar hatte das Teleskop bereits die ersten Bilder zur Erde geschickt - darunter Aufnahmen eines Sterns und auch Selbstportraits, die den Betreibern wichtige Informationen darüber lieferten, inwieweit die Spiegel-Phalanx sich planmäßig ausgeklappt hat. Jetzt konnte vermeldet werden, dass die 18 Spiegel auch so ausgerichtet sind, dass sie zusammen als eine große Optik arbeiten können.

Ganze Forscherleben stecken darin

Eigentlich sollte James Webb schon vor einigen Jahren ins All starten. Es gab allerdings diverse Verzögerungen und das Projekt wurde auch deutlich teurer als ursprünglich geplant. Letztlich stecken in dem Teleskop ganze Karrieren von Forschern und Ingenieuren, so dass diese nun besonders froh sein werden, dass ihr Lebenswerk dann doch noch so perfekt zum Erfolg fliegt.

Das Teleskop soll zukünftig dort ansetzen können, wo die Beobachtungs-Fähigkeiten des berühmten Hubble-Teleskops an seine Grenzen kamen. James Webb arbeitet im Infrarot-Bereich, der sich von der Erde aus aufgrund dessen, dass Wärmestrahlung in der Atmosphäre besonders schnell absorbiert wird, nur schwer beobachten lässt. Der ungetrübte Blick von der Position im Weltraum aus, soll vor allem auch wichtige Erkenntnisse aus der Frühzeit des Universums liefern.

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