Der seltsame Fall des DrDisrespect endet mit mysteriöser Einigung

Witold Pryjda, 11.03.2022 15:02 Uhr 4 Kommentare
Der Streamer Guy Beahm alias DrDisrespect gehört zu den be­kann­tes­ten Vertretern seiner Zunft überhaupt. Doch vor knapp zwei Jahren wurde er von Twitch quasi über Nacht ge­feu­ert. Und nach einer Einigung werden wir wohl auch nie er­fah­ren, was tat­säch­lich vor­ge­fal­len ist. Im Sommer 2020 wurde DrDisrespect von Twitch gefeuert, und zwar kurz nachdem er einen millionenschweren Exklusiv-Deal mit der zu Amazon gehörenden Plattform unterschrieben hat. Das war natürlich überaus ungewöhnlich. Noch seltsamer war, dass in den Wochen und Monaten danach keinerlei Informationen zum Warum ans Tageslicht gelangten. Das bedeutete auch, dass jegliche Schuldzuweisungen unmöglich waren.

Auch Beahm selbst behauptete, dass er lange Zeit nicht wusste, was zu seinem Rauswurf geführt hat. Im vergangenen Sommer dürfte sich das aber geändert haben, denn der Streamer verklagte seinen ehemaligen Arbeitgeber. Damals veröffentlichte er auch ein Video, in dem er mitteilte, dass er seit einiger Zeit wisse, warum es dazu gekommen sei und dass das auch der Grund wäre, warum er Twitch gnadenlos verklage ("suing the fuck out of 'em").
DrDisrespect damals: "Das Twitch-Verbot hat uns wirklich getroffen. Nicht nur aus finanzieller Sicht, sondern auch aus jener des Netzwerks, aus all den Beziehungen, die wir in den letzten fünf Jahren zu Activision und EA, also all den großen Sponsoren, aufgebaut haben. Denn die mussten uns fragen: 'Warum wurdet ihr gesperrt?'"

Kein Fehlverhalten

Danach wurde es aber still um die Angelegenheit. DrDisrespect ist mittlerweile hauptsächlich auf YouTube unterwegs und kommt dort auf rund 3,8 Millionen Abonnenten. Doch nun hat Beahm einen Tweet mit dem Titel "Moving on" (also so viel wie "Ich ziehe weiter") veröffentlicht, mit dem er einen Schlussstrich zieht. Im beigefügten Bild heißt es dann weiter: "Ich habe meinen Rechtsstreit mit Twitch beigelegt. Keine Partei gibt ein Fehlverhalten zu."

Das nahezu gleichlautende Statement gab es auch von Twitch, auch die Spiele-Streaming-Seite gibt keinerlei Fehler zu. Und das bedeutet wohl auch, dass wir nie erfahren werden, was tatsächlich passiert ist.
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