Youtube-dl: Rezo, HateAid und GFF gemeinsam gegen die Musikindustrie

Christian Kahle, 03.03.2022 17:22 Uhr 14 Kommentare
Der kleine Webhoster Uberspace muss sich nicht allein gegen die Rechtsabteilungen der großen Musikkonzerne zur Wehr setzen. Die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) sieht hier unter Vorwänden wichtige Rechte und reichte jetzt eine Klageerwiderung ein. Uberspace hostete bisher die Webseite des Open Source-Projekte hinter der Software Youtube-DL, mit der sich Videos von Googles Videplattform YouTube herunterladen lassen. Zu den hier bereitgestellten Inhalten gehören unter anderem Anleitungen und Dokumentationen rund um das Programm. Der Quellcode selbst ist hingegen auf Microsofts Entwickler-Plattform GitHub gehostet.

Universal Music, Warner Music Group und Sony Entertainment werfen Uberspace vor, mit der Bereitstellung des Speicherplatzes für die Webseite und deren Erreichbarmachung über die Domain https://youtube-dl.org Beihilfe zur Verletzung von Urheberrechten unter Umgehung technischer Schutzmaßnahmen zu begehen. Seitens der GFF sieht man in der Klage hingegen einen weiteren Versuch der Musikindustrie, völlig legale Aktivitäten mit fadenscheinigen Begründungen als illegal hinzustellen.

Downloads sind notwendig

"Auf YouTube finden wichtige politische und gesellschaftliche Diskurse statt", erklärte Felix Reda, Projektleiter bei der GFF. "Die Medien, die Zivilgesellschaft und Kreative sind darauf angewiesen, mit diesen Inhalten arbeiten zu können - das erlaubt auch das Urheberrecht explizit. Die Unterhaltungsindustrie darf mit ihrem erneuten Angriff auf freie Software und neutrale Internetdienste keinen Erfolg haben."

Als Zeugen zur Untermauerung ihrer Argumente werden von der GFF unter anderem der YouTuber Rezo und die Beratungsorganisation HateAid aufgeführt. "Als aktives Mitglied der YouTube-Community und als Teilnehmer an politischen Diskursen habe ich grundsätzlich ein Interesse daran, dass andere Content-Creator oder Medien meine Videos selbst herunterladen und für ihre eigenen Formate verwenden können, auch wenn ich mich freue, vorab um Erlaubnis gefragt zu werden", erklärte Rezo. HateAid betonte hingegen, dass man Download-Tools zwingend benötige, um beispielsweise Belege für strafbare Hasskommentare herunterladen zu können.

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