Porno-Imperium gewinnt Copyright-Fall, bekommt 36 Mio. Dollar

Witold Pryjda am 03.03.2022 12:45 Uhr
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Das als MindGeek bekannte Unternehmen dürfte nur wenigen Internet-Nutzern bekannt sein, dessen Marken sind aber wohl so manchem Einarmigen vertraut: Pornhub, YouPorn, Brazzers, Digital Playground und viele mehr. Und seine Produktionen verteidigt man auch vor Gericht.

MindGeek produziert nicht nur die pornografischen Inhalte, sondern hat auch die passenden Vertriebsplattformen im Angebot, darunter bekannte Namen wie Pornhub, RedTube und YouPorn. Gegen andere "Tube"-Angebote geht das Erotik-Imperium aber konsequent vor. Und so hat MG Premium, ein Teil von MindGeek, die unlizenzierten Seiten YesPornPlease und VShare verklagt.

Diese illegalen Angebote verschwanden zwar schnell aus dem Netz, mit den dazugehörigen Forderungen bzw. rechtlichen Aspekten waren Gerichte aber von Anfang 2020 bis heute beschäftigt. Die Zugriffszahlen von YesPornPlease waren beachtlich, denn monatlich kamen rund 100 Millionen Besucher auf die Seite. Wie TorrentFreak berichtet, gelang es MG Premium mit Hilfe einer DMCA-Zwangsvorladung, von Cloudflare an die Namen der Eigentümer zu kommen.

Systematische Copyright-Verletzungen

Ende Februar 2020 wurden diese dann verklagt und systematischer Urheberrechtsverstöße beschuldigt. Es hieß, dass die Plattformen unter dem Deckmantel von nutzergenerierten Inhalten betrieben, die Videos aber teilweise nicht von normalen Anwendern hochgeladen wurden, sondern von den Machern selbst. Die Seitenbetreiber sollen auch DMCA-Takedowns und andere Copyright-Schutzmaßnahmen ignoriert haben.

Außerdem sollen jene Nutzer, die auf YesPornPlease Videos aufgespielt haben, dafür mit Geld-Prämien belohnt worden sein, die Höhe richtete sich nach der Länge des Videos, der Menge der heruntergeladenen Inhalte und der tatsächlich angesehenen Zeit. Laut MG Premium habe man durch diese illegale Tätigkeit einen Schaden in Höhe von 727 Millionen Dollar erlitten.

Ursprünglich forderte MG Premium für 2.433 Verstöße einen Schadenersatz von jeweils 150.000 Dollar pro Werk, das wären zusammen 365 Millionen Dollar. Ganz so viel wurde es nicht, das Gericht, das dem Kläger Recht gab, sprach 15.000 Dollar pro Verstoß zu - insgesamt rund 36,5 Millionen Dollar.
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