Erstmals gelingen Fotos der Venus-Oberfläche aus dem Weltraum

Christian Kahle, 21.02.2022 10:38 Uhr 3 Kommentare
HIGHLIGHT
Der NASA ist es erstmals gelungen, Bilder der Venus-Ober­flä­che aus dem Weltraum anzufertigen. Dies ist auf­grund der dichten, wolkigen Atmosphäre eigentlich kaum mög­lich - doch gibt es Momente, die zumindest wenig sichtbar machen. In der sonnennahen Region ist aktuell die NASA-Sonde Parker Solar Probe unterwegs, die eigentlich in erster Linie Daten über unseren Stern liefern soll. Diese hat eine Kamera an Bord, die als Wide-Field Imager oder WISPR bezeichnet wird und die eigentlich dazu dient, Sonneneruptionen im Bild festzuhalten und besser analysierbar zu machen. Der Sensor der Kamera ist entsprechend darauf spezialisiert, sichtbares bis leicht ins Infrarot gehendes Licht aufzufangen.

Und genau diese Konfiguration ermöglichte es nun, die eigentlich undurchsichtige Atmosphäre der Venus zu durchdringen - und zwar nicht am Tag, sondern dort, wo die Oberfläche des Planeten bereits in die Nacht getaucht wurde. Die Oberfläche der Venus ist so heiß, dass sie nach dem Ende des Tages noch regelrecht nachglüht. Und dies offenbart dann von Außen betrachtet einen weitergehenden Eindruck von der Oberfläche.

Parker Solar Probe liefert Fotos der Venus-Oberfläche
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Parker-Sonde begeistert

Dass es sich bei den schemenhaft erkennbaren Strukturen nicht um anders gefärbte Wolkenformationen handelte, wurde deutlich, als man die Bilder mit früheren Radar-Abtastungen der Oberfläche verglich. Es zeigte sich vielmehr, dass die höhergelegenen Regionen kühler sind und auf den WISPR-Bildern entsprechend dunkler erscheinen. Aber auch unterschiedliche Mineral-Zusammensetzungen lassen sich so erkennen.

Bei den NASA-Wissenschaftlern zeigt man sich schwer beeindruckt von den Ergebnissen, die die Sonde bisher abliefert. "Parker übertrifft weiterhin unsere Erwartungen, und wir sind begeistert, dass diese neuartigen Beobachtungen, die während unseres Schwerkraftunterstützungsmanövers gemacht wurden, die Venusforschung auf unerwartete Weise voranbringen können", kommentierte Nicola Fox, Abteilungsleiterin der Abteilung Heliophysik bei der US-Raumfahrtagentur.

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