Endlich bundesweit Spitze sein: Der Osten setzt voll auf Energiewende

Christian Kahle, 14.02.2022 15:35 Uhr 18 Kommentare
Die ostdeutschen Bundesländer hatten lange ihre Schwierigkeiten, wirtschaftlich zum Westen aufzuschließen. Die Energiewende sorgt allerdings dafür, dass neue Hoffnungen geweckt werden. Die Grundlagen sind sogar schon da. Die neue Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der Erneuerbaren am Strommix von derzeit rund 42 Prozent bis zum Jahr 2030 auf 80 Prozent zu steigern. Brandenburg ist hier laut einem Bericht der Nachrichtenagentur DPA bereits auf einem soliden Weg: In dem Bundesland liegt der Anteil des Ökostroms an den verbrauchten Kilowattstunden bereits bei zwei Dritteln. Das ist der Spitzenwert im Bundesgebiet. Sachsen bringt es hingegen nur auf rund ein Viertel.

Bei der Windkraft liegt der bundesweite Spitzenreiter im Westen: Niedersachsen mit seiner Nordsee-Anbindung und der dahinter liegenden flachen Landschaft, die dem Wind keinen größeren Widerstand entgegensetzt, verfügt bereits über 11,4 Gigawatt installierte Windkraftleistung. Brandenburg kommt mit 7,2 Gigawatt bereits auf den zweiten Platz. Aber auch Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern stehen hier ganz gut da.

Brandenburg hat 100% im Auge

Nicht ganz an der Spitze, aber trotzdem gut dabei, sind die östlichen Länder auch bei der installierten Photovoltaik-Leistung. Und auch beim Biogas sind die relativ großen landwirtschaftlichen Betriebe, die aus den LPGen hervorgingen, vergleichsweise gut aufgestellt. Auf dieser Grundlage wollen die fünf Länder einen nicht unwesentlichen Teil ihrer wirtschaftlichen Zukunft aufbauen.

Auch hier hat Brandenburg die größten Ambitionen. Während für viele vor allem der Aussteig aus der Braunkohle-Verstromung in der Lausitz als großes Konfliktfeld aufgebauscht wird, arbeitet man bereits daran, den Anteil der Regenerativen an der Stromversorgung bis 2030 auf 100 Prozent zu steigern. Bei der Wärmeerzeugung sollen es zumindest 80 Prozent sein. Bei der Windkraft wird von heute an gesehen eine Verdoppelung der Leistung auf 15 Gigawatt bis 2040 angestrebt.

Die anderen Länder sind hier zwar nicht genauso ehrgeizig, haben aber trotzdem Ziele formuliert, die zumindest teils über den Bundesdurchschnitt hinausgehen. Hinzu kommt, dass auch zunehmend wichtige Industrien für die Energiewende ihren Platz in den neuen Ländern haben. So ist Sachsen beispielsweise ein Zentrum für die Solar-Branche, die zu neuer Größe heranwachsen will. In Brandenburg entstehen hingegen wichtige Grundlagen für Speichertechnologien - von der Lithium-Veredelung bis zur Akku-Produktion bildet sich hier ein ganzer Zweig heraus.

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