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Activision-Übernahme:
Microsoft bekommt die härtest denkbaren Prüfer

Für Microsoft bahnt sich hinsichtlich der Aufgabenverteilung zwischen verschiedenen US-Behörden eine eher schlechte Entscheidung an: Die geplante Übernahme des Gaming-Konzerns Activision-Blizzard wird durch die US-Handelsbehörde FTC geprüft.
01.02.2022  08:15 Uhr
Neben der FTC entfällt diese Aufgabe teils auch auf das Justizministerium. Klar definierte Kriterien, wer in welchem Fall zuständig ist, gibt es dabei nicht. Für gewöhnlich machen die jeweiligen Stellen die Verteilung von Fall zu Fall unter sich aus. Und auch wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Zustimmung oder Ablehnung eines Übernahmeversuchs bei beiden Gremien gleich sind, ist es für Microsoft letztlich doch tendenziell schlechter, dass die FTC im genannten Fall zuständig sein wird. Das geht aus einem Bericht der US-Nachrichtenagentur Bloomberg hervor. Denn unabhängig davon, wie die Entscheidung letztlich ausfallen wird, kann man in Redmond mit einer deutlich genaueren Prüfung der Sache rechnen. Immerhin gilt die amtierende FTC-Chefin Lina Khan als große Kritikerin der großen Tech-Konzerne, die in den letzten Jahren immer mehr Marktmacht auf sich konzentriert haben. Unter ihrer Aufsicht hat die Behörde auch Klage gegen die Übernahme des Chipdesigners ARM durch Nvidia eingereicht.

Der Zorn der Khan

Khan machte sich erstmals einen Namen, als sie 2017 im Yale Law Journal eine tiefgehende Kritik an der bestehenden Antikartell-Gesetzgebung der USA führte. Sie trat dabei für deutlich schärfere Möglichkeiten ein, die Regulierern an die Hand gegeben werden sollten, damit man die immer weiter wachsenden Tech-Giganten unter Kontrolle halten kann. Als sie im letzten Jahr im Zuge des Regierungswechsels in Washington zur FTC-Chefin gekürt wurde, forderten Unternehmen wie Amazon und Facebook auch gleich, dass sie aus Wettbewerbsuntersuchungen gegen ihre Unternehmen herausgehalten wird, da sie aufgrund früherer Aussagen über diese Konzerne als befangen gelten könne.

Entsprechend wenig Begeisterung dürfte es in Redmond auslösen, dass Khan nun die Hauptrolle bei der Prüfung des Activision-Blizzard-Deals übernehmen wird. Denn natürlich wird die Akquisition die Machtverhältnisse in mehreren Segmenten der Tech-Branche kräftig verschieben. Und auch wenn es teils schon so aussieht, als stünde die Übernahme längst fest und es seien nur noch Details zu klären: Dem ist mitnichten so und das Microsoft-Management hat nicht ohne Grund eine Schätzung getätigt, wonach man mit einem Abschluss des Deals erst mit der Mitte des kommenden Jahres rechnet.

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