Bundesnetzagentur: Planung von 1000 km neuer Stromtrassen steht

Christian Kahle am 14.01.2022 18:10 Uhr
11 Kommentare
Die Bundesnetzagentur hat den Netzentwicklungsplan Strom 2021-2035 bestätigt. Dieser legt den Rahmen fest, in dem die deutschen Hochspannungsnetze in den kommenden Jahren weiterentwickelt und ausgebaut werden sollen - zu tun gibt es hier einiges.

Der Kern liegt natürlich darin, die Infrastruktur für die Energiewende fit zu machen. In den kommenden Jahren werden immer mehr Großkraftwerke vom Netz gehen - aktuell die Kernkraftwerke, über einen längeren Zeitraum auch die Kohlemeiler. An ihre Stelle treten verstärkt zahlreiche kleinere, dezentrale Erzeuger aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien. Und auch einige große Offshore-Windparks, die allerdings von anderen Orten aus die großen Abnehmer versorgen als die bisherigen Kraftwerke.

"Gegenüber dem letzten Netzentwicklungsplan blicken wir nun weiter in die Zukunft. Die bisherige Planung erweist sich dabei einmal mehr als tragfähig, weiterer Netzausbau für ein klimaneutrales Zielnetz wird absehbar notwendig sein", erklärte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Die neue Planung wurde dabei so gestaltet, dass trotzdem auf kurzfristige Entwicklungen reagiert werden kann.

1000 Kilometer Neubau

Der neue Plan umfasst unter anderem rund 1000 Kilometer neue Trassen. Der Schwerpunkt liegt hier auf auf zwei zusätzlichen Höchstspannungs-Gleichstromübertragungs-Korridoren - einer verläuft zwischen Rastede (Niedersachsen) und Bürstadt (Hessen), der andere zwischen Heide (Schleswig-Holstein) und Klein Rogahn (Mecklenburg-Vorpommern). Zahlreiche bestehende Verbindungen sollen außerdem verstärkt werden.

Der Netzentwicklungsplan enthält dabei aber noch keine konkreten Verläufe der Leitungen, sondern nur einen groben Korridor zwischen den genannten Punkten. Der genaue Ausbau muss dann von den jeweiligen Übertragungsnetzbetreibern vor Ort geklärt werden, was sich immer wieder als schwierig herausstellte. Um hier zukünftig einfacher in einen Kapazitätsausbau hineinzukommen, sollen möglichst auch Leerrohre mitverlegt werden, in die dann bei Bedarf zusätzliche Leitungen eingezogen werden können.

Siehe auch:
11 Kommentare lesen & antworten
Jede Woche neu: Top-News per E-Mail
Folge WinFuture auf Google News
Verwandte Themen
Stromversorgung
Desktop-Version anzeigen
Hoch © 2022 WinFuture Impressum Datenschutz Cookies