Evernote-Gründer: Metaversum ist wie "kommunistische Propaganda"

Witold Pryjda, 14.01.2022 10:18 Uhr 11 Kommentare
Facebook, das nun als Meta bekannt ist, setzt voll auf eine Karte: das Metaversum. Das ist jene omnipräsente virtuelle Welt, die schon lange Thema in Cyberpunk und Science-Fiction ist. Doch nicht alle sind überzeugt, dass das Metaversum das Zeug hat, in unseren Alltag einzuziehen. Facebook ist auf dem absteigenden Ast. Das zeigen die wirtschaftlichen Zahlen zwar noch nicht wirklich, das Unternehmen lässt aber keine Zweifel daran, dass man sein Heil in einem Kurswechsel sieht. Und entsprechend intensiv trommelt das Unternehmen von Mark Zuckerberg auch in diese Richtung, man entwickelt mit Hochdruck Lösungen für Augmented und Virtual Reality.

Doch nicht alle sind überzeugt, dass das eine gute Idee ist. Im Gegenteil glauben viele, dass das Ganze nicht mehr ist als heiße Luft. Dazu zählt auch Phil Libin, Gründer der Notiz-App Evernote und aktueller CEO des Videokonferenz-Anbieters Mmhmm. Denn wie Business Insider berichtet (via t3n), sagte Libin in einem Podcast, dass ihn das Gerede zum Metaversum an seine Kindheit in der Sowjetunion erinnere.

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Wie sowjetische Propaganda

Libin: "Ich habe in der Sowjetunion die erste Klasse besucht. Ich war einer Menge sowjetischer Propaganda ausgesetzt, und als kleines Kind wurde mir immer wieder gesagt: 'Den Kommunismus gibt es noch nicht. Wir haben den Kommunismus noch nicht aufgebaut. Wir bauen auf den Kommunismus. Aber es ist noch nicht der Kommunismus. Was du um dich herum siehst, dieser schreckliche, schreckliche Ort, ist nicht der Kommunismus. Wir bauen auf ihn hin. Er wird großartig sein, wenn er da ist'."

Und das erinnere ihn stark an das derzeitige Gerede vom Metaversum: "Wissen Sie, man kann eine schlechte Idee riechen, bevor sie vollständig umgesetzt ist. Ich will also nicht hören: 'Oh ja, das Metaversum gibt es noch nicht. Nein, nein, nein, all dieses Zeug, all dieses dumme, nutzlose, beschissene Zeug, das jetzt schon existiert, das ist nicht das Metaverse. Das Metaversum wird kommen - es wird kommen'."

VR-Headsets sind Teil des Problems

Libin bezeichnete das Gerede zu Metaversum als "Deckmantel", den unkreative Menschen und Unternehmen über einen Mangel an Ideen legen. Das Hauptproblem sei aber auch ein technisches: "VR ist die Sache, die garantiert, dass sich nichts von alledem jemals durchsetzen wird, denn niemand will Zeit mit einem Plastikding verbringen, das ihm ins Gesicht geschnallt wird."

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