Deutsche Behörde spricht Xiaomi-Smartphone frei von Zensurverdacht

Nadine Juliana Dressler am 13.01.2022 19:58 Uhr
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Seit September vergangenen Jahres hatte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eine Untersuchung gegen Xiaomi laufen. Der Vorwurf: Das Unternehmen soll in seine Smartphones eine Zensurfunktion eingebaut haben.

In Gang gesetzt hatte die litauische Cybersicherheitsbehörde im vergangenen Jahr den Ärger für Xiaomi. Man riet damals Besitzern von Geräten des Herstellers sogar, dass diese ihre Smartphones am besten sofort wegwerfen sollten. In dem von den Litauern veröffentlichten Bericht hieß es, dass die Smartphones des chinesischen Herstellers Xiaomi eine Filterliste aufweisen, die zur Zensur von Inhalten genutzt werden kann. Beispiele seien Begriffe wie "Free Tibet", "Es lebe die Unabhängigkeit Taiwans" oder "Demokratiebewegung", die auf dieser Filterliste stehen würden.

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Auch in Deutschland nahm man diese Vorwürfe sehr ernst. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hatte entsprechend bestätigt, dass man diesen Zensur-Verdacht genau unter die Lupe nehmen will. Nun sind rund drei Monate vergangen und die Untersuchung kommt zu einem vorläufigen Ende: Es gibt ein erstes offizielles Ergebnis vom BSI. Wie unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, sieht die deutsche IT-Sicherheitsbehörde keine Beweise für eine derartige Zensurfunktion in Xiaomi-Handys und spricht das Unternehmen von den Vorwürfen frei.

"Keine Auffälligkeiten"

Ein Sprecher hat das gegenüber Reuters bestätigt. Ein Abschlussbericht zu der Untersuchung liegt noch nicht vor, soll aber in Kürze veröffentlicht werden. Auf der Website des BSI findet man noch keine Stellungnahme, aber auch das dürfte sich schon bald ändern. "Im Ergebnis konnte das BSI keine Auffälligkeiten feststellen, die weitere Untersuchungen oder andere Maßnahmen erfordern würden", so der BSI-Sprecher.

Interessant dabei: Auf die Vorwürfe vom vergangenen Jahr springen jetzt noch andere an. So hat jetzt Taiwan ähnliche Zensurvorwürfe erhoben und behält sich rechtliche Schritte vor, meldet das Online-Magazin Taiwan News.
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