Luca-App will nun sogar einen digitalen Personalausweis integrieren

Christian Kahle, 10.01.2022 18:45 Uhr 37 Kommentare
Die Macher der Luca-App müssen sich etwas einfallen lassen, um in den kommenden Wochen nicht in der Versenkung zu verschwinden. Der Be­trei­ber-Chef will jetzt sogar neben einem Impfnachweis auch noch einen digitalen Personalausweis in die App integrieren. Die Luca-App hatte dank eines geschickten Marketings das Glück, ohne ordentliche Ausschreibung Millionen-Verträge mit diversen Bundesländern abschließen zu können. Inzwischen zeigt sich allerdings, dass die Erwartungen an die Kontaktverfolgung über das System kaum erfüllt werden und von Beginn an machte die Software vor allem mit negativen Schlagzeilen zum Datenschutz und der Sicherheits-Architektur auf sich aufmerksam. Daher müssen die Anbieter damit rechnen, dass die Lizenzabkommen jetzt nicht verlängert werden und die Nutzerbasis schnell dahinschwindet.

Um das zu verhindern, sucht man aktuell nach Möglichkeiten, die App doch noch irgendwie brauchbar zu machen. Denn die derzeit rund 40 Millionen Installationen in Deutschland sind ein beachtliches Kapital. Luca-CEO Patrick Hennig kündigte gegenüber der Berliner Zeitung nun an, eine digitale Version des Personalausweises in die App integrieren zu wollen.

Zeitrahmen unklar

Wie und in welchem Zeitrahmen das umgesetzt werden soll, ist noch unklar. Ohne eine enge Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen dürfte es hier allerdings kaum gehen. Denn um amtliche Dokumente wie den Personalausweis abbilden zu können, wird der Gesetzgeber deutlich höhere Anforderungen stellen, als es bei den für die Pandemie notwendigen Daten der Fall war.

Grundsätzlich würde man hier aber nicht bei Null anfangen müssen. Immerhin gibt es schon Bestrebungen von BSI und Bundesdruckerei in Zusammenarbeit mit Samsung, eine digitale Ausweis-Kopie auf Smartphones zu bringen. Die Arbeiten daran laufen aber bereits seit geraumer Zeit, so dass kaum zu erwarten ist, dass eine entsprechende Funktion in der Luca-App auch nur absehbar wäre, wenn die Lizenzen mit den Bundesländern in wenigen Wochen auslaufen.

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