Defibrillator-Lieferung per Drohne rettet Mann in Schweden das Leben

Roland Quandt, 06.01.2022 16:35 Uhr 16 Kommentare
Drohnen können nicht nur Pakete ausliefern und militärisch genutzt werden. In Schweden wird seit einiger Zeit die Notfall-Lieferung von Defibrillatoren per Drohne getestet. Jetzt hat das System einem Mann das Leben gerettet - zusammen mit einem zufällig anwesenden Arzt. Wie das Unternehmen Everdrone berichtet, das in Kooperation mit den schwedischen Behörden ein sogenanntes Emergency Medical Aerial Delivery-System (EMADE) betreibt, gelang es mit einem von einer ihrer Drohnen gelieferten Defibrillator einen 71-Jährigen Mann wiederzubeleben, nachdem dieser eine Herzattacke erlitten hatte.

Everdrone EMADE Defibrillator-Drohne
Everdrone EMADE Defibrillator-Drohne

Der Mann war im Dezember damit beschäftigt Schnee zu schaufeln, als er einen Herzanfall hatte. Nach einem Notruf schickte ein Dispatcher die EMADE-Drohne zum Standort des Patienten. Der auf diese Weise gelieferte Defribrillator konnte dann von einem zufällig anwesenden Arzt verwendet werden, um den Mann wiederzubeleben, nachdem er zuvor Erste Hilfe geleistet hatte.

Arzt kam auf dem Weg zur Arbeit am Haus des Patienten vorbei

Die Lieferung des Defibrillators in der Stadt Trollhättan in der Region Västra Götaland in Mittelschweden dauerte am Morgen des 9. Dezember 2021 nur rund drei Minuten. Der Automated External Defibrillator (AED) wurde dann von einem Arzt, der gerade auf dem Weg zur Arbeit in einem Krankenhaus war, verwendet.

Er hatte den Mann aus dem Fenster seines Autos beim Vorbeifahren in der Einfahrt eines Einfamilienhauses liegen sehen. Ein anderer Passant rief in der Zwischenzeit die Notrufnummer, woraufhin die Drohnenlieferung des AED ausgelöst wurde. Es ist das erste Mal, dass eine von Everdrone und seinen Partnern entwickelte Drohne ein Leben retten konnte.

Im Zuge einer viermonativen Testphase hatte das EMADE-System 11 Mal einen Defibrillator ausgeliefert, wobei die Drohnen in sieben Fällen schneller bei den Patienten eintrafen als ein Krankenwagen. Insgesamt erleiden Schätzungen zufolge jährlich rund 275.000 Menschen einen Herzanfall. In rund 70 Prozent der Fälle tritt der Infarkt in der Wohnung der Betroffenen ein. Die Überlebensrate liegt bei nur rund 10 Prozent.
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