Mozilla: Shitstorm nach Aufruf, per Kryptowährungen zu spenden

Witold Pryjda, 05.01.2022 14:06 Uhr 14 Kommentare
Mozilla braucht Geld: Das ist nichts Neues, denn der Foundation geht es bereits seit vielen Jahren nicht so gut. Oder besser gesagt: Man ist vom Google-Geld abhängig, mehr als es der Stiftung recht ist. Doch bei der Suche nach Alternativen beweist man kein glückliches Händchen. Denn nun hat man sich sogar einen handfesten Shitstorm eingehandelt. Dieser ist allerdings auch eine Grundsatzdiskussion über den Sinn bzw. die Legitimität von Kryptowährungen, denn eine ähnliche Debatte könnte es überall geben. Dennoch erschweren die Open-Source-Natur und der Community-Fokus von Mozilla die Möglichkeiten und Moral der Verantwortlichen.

Angefangen hat alles jedenfalls mit einem Tweet zu Silvester: Am letzten Tag des Jahres rief der Firefox-Macher nämlich auf Twitter auf, an die Mozilla Foundation zu spenden. Allerdings war das kein normaler Aufruf dieser Art: Mozilla feierte nämlich, dass man nun auch Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum und sogar Dogecoin annimmt.

Doch das kam bei vielen Twitter-Nutzern und Mozilla-Unterstützern alles andere als gut an (via derStandard). Nach dem Tweet meldeten sich zahlreiche Anwender mit Argumenten gegen Kryptowährungen, darunter allen voran zu Aspekten wie Energieverbrauch und Umweltschutz. Es gab natürlich jede Menge Crypto-Fans, die diese Finanzlösung verteidigten, ein überwiegender Anteil der Antworten war aber kritisch.

Mozilla-Mitgründer schimpft

Vor allem meldeten sich auch prominente Stimmen zu Wort und diese griffen Mozilla zum Teil scharf an, allen voran Jamie Zawinski alias @jwz. Dieser ist nichts weniger als einer der Mitbegründer von Mozilla und Zawinski sparte nicht mit Kritik: "Hallo, ich bin sicher, dass der Betreiber dieses Kontos keine Ahnung hat, wer ich bin, aber ich habe Mozilla gegründet und bin hier, um zu sagen: Fickt euch und fickt das. Jeder, der an dem Projekt beteiligt ist, sollte sich zutiefst für diese Entscheidung schämen, mit planetenzerstörenden Ponzi-Betrügern zusammenzuarbeiten."

Auch Jannis Leidel, Vorstandsmitglied der Python Software Foundation, sparte nicht mit Kritik und meinte, dass Mozilla den Tweet löschen und auch darlegen soll, wie Mozillas Mission mit der aktuellen Klimakrise zusammenpasst.

Siehe auch:

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