Massive Kritik an Tesla wegen neuer Vertretung in geächteter Region

Witold Pryjda, 04.01.2022 17:21 Uhr 9 Kommentare
Für die einen ist Elon Musk ein Visionär und Genie, für die anderen ein skrupelloser Kapitalist, der für Profit über Leichen geht. Aktuell scheint sich letzteres zu bestätigen, denn Tesla hat in einer Region ein Verkaufslokal eröffnet, das für Unterdrückung der Uiguren berüchtigt ist. Tesla eröffnet ein Autohaus. Das wäre an sich keine Meldung wert, denn mit Ausnahme des Umstands, dass der Autobauer im Westen auf Direktvertrieb setzt, ist das nichts Besonderes. Dennoch hat das zu Silvester eröffnete Verkaufs- und Service-Center in der Xinjiang-Region enorme Kritik am Unternehmen ausgelöst.

Denn dort wird die islamische Volksgruppe der Uiguren massiv unterdrückt und per Zwangsarbeit ausgebeutet. Mehr als das: Das US-amerikanische Außenministerium State Department hat in einer gemeinsamen Erklärung mit Großbritannien und Kanada China vorgeworfen, die Uiguren durch "Zwangsarbeit, Masseninhaftierung in Internierungslagern, Zwangssterilisationen" zu missbrauchen. Auch die EU hat die Behandlung der Uiguren scharf verurteilt und Sanktionen ausgesprochen.

Das Tesla Model S Plaid mit neuer Bestzeit auf dem Nürburgring
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Der Handel mit Xinjiang ist im Westen mehr als verpönt. Die USA haben erst vor kurzem einen Handelsbann ausgesprochen, der Geschäfte mit Unternehmen aus Xinjiang verbietet, es sei denn, die können beweisen, dass ihre Produkte nicht in Zwangsarbeit gefertigt worden sind. Doch das kümmert Tesla offenbar nicht im Geringsten.

Entsprechend heftig ist auch die Kritik an Tesla und Elon Musk (via CNBC): Der republikanische Senator Marco Rubio, Verfasser des Gesetzesentwurfs, ließ über sein Pressekonto ausrichten: "Unmittelbar nachdem Präsident Biden das Gesetz zur Verhinderung uigurischer Zwangsarbeit von Senator Rubio unterzeichnet hatte, eröffnete Tesla ein Geschäft in Xinjiang. Nationenlose Konzerne helfen der Kommunistischen Partei Chinas, Völkermord und Sklavenarbeit in der Region zu vertuschen." Auch andere Vertreter der Industrie und Menschenrechtsorganisationen kritisierten Tesla deswegen scharf.

China kontra Musk

Dabei ist China derzeit nicht besonders gut auf Elon Musk zu sprechen, denn man griff den Tesla- und SpaceX-Chef wegen zweier Beinahe-Kollisionen mit der chinesischen Raumstation an.

Siehe auch: Beinahe-Kollision mit Raumstation - China wütend auf Musk und Starlink
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