Beinahe-Kollision mit Raumstation: China wütend auf Musk und Starlink

Witold Pryjda, 28.12.2021 14:20 Uhr 20 Kommentare
SpaceX schickt seit längerer Zeit seine Mini-Satelliten ins All, Starlink bietet seine Dienste auch schon jetzt offiziell an. Doch es gibt auch viel Kritik in Richtung Starlink, u. a. fühlen sich Astronomen gestört. Nun ist Starlink auch Gegenstand eines internationalen Zwischenfalls. Die Starlink-Satelliten sind für SpaceX ein wichtiger Geschäftszweig, die Versorgung der Erde mit Internet aus dem erdnahen Orbit soll einmal ein besonders wichtiges Business werden, entsprechend intensiv sind die Bemühungen diesbezüglich.

Doch nun hat man sich den Zorn Chinas zugezogen, der Fall landete sogar vor der UNO, genauer gesagt im Büro der Vereinten Nationen für Weltraumfragen (UNOOSA, United Nations Office for Outer Space Affairs). Denn China hat sich dort offiziell über Elon Musks Starlink beschwert, man wirft SpaceX vor, dass die chinesische Raumstation mehrere unfreiwillige Ausweichmanöver durchführen musste, um nicht mit Starlink-Satelliten zu kollidieren.

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Beschwerde an die UNO

Die Vorfälle haben sich bereits vor Monaten ereignet, sie wurden aber erst jetzt im Zuge der Beschwerde an das UNOOSA bekannt. Genauer gesagt wirft die chinesische Raumfahrtbehörde SpaceX und Starlink vor, dass man am 1. Juli sowie 21. Oktober zwei "nahe Begegnungen" mit den Mini-Satelliten hatte.

Im Schreiben an die Weltraumaufsicht der Vereinten Nationen heißt es (via CNBC): "Aus Sicherheitsgründen hat die chinesische Raumstation eine präventive Kollisionsvermeidungskontrolle eingeführt." Nachdem die (nicht unabhängig bestätigten) Vorfälle bekannt geworden sind, gab es eine Welle der Empörung in chinesischen sozialen Medien, ein Nutzer bezeichnete die Starlink-Satelliten als einen "Haufen Weltraumschrott", ein anderer sprach von "amerikanischen Waffen für die Weltraumkriegsführung".

Heute gab es auch noch eine Pressenkonferenz des chinesischen Außenministeriums, in dieser rief Sprecher Zhao Lijian die USA auf, die internationalen Weltraumverträge zu respektieren und keine Astronauten zu gefährden.

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