Intel schickt Corona-ungeimpfte Angestellte auf unbezahlten Urlaub

Witold Pryjda, 22.12.2021 14:42 Uhr 30 Kommentare
In Deutschland wird derzeit die geplante Impfpflicht diskutiert, es gibt auch diverse Proteste dagegen. In den USA regeln Unternehmen die Sache teilweise selbst und gehen dabei auch nicht besonders zimperlich vor. Intel etwa schickt Ungeimpfte demnächst auf unbezahlten Urlaub. Corona-Impfungen sind und bleiben ein Dauerbrenner, denn nach wie vor gibt es viele Menschen, die lieber Inge von Facebook™ glauben als seriösen Wissenschaftlern. Das ist nicht nur bei uns so, auch in den Vereinigten Staaten gibt es (zu) viele solcher Skeptiker. Die US-amerikanischen Unternehmen verlieren aber immer mehr die Geduld mit den Impfverweigerern und verstärken den Druck.

Am weitesten geht aktuell wohl der Halbleiterhersteller Intel: Denn das Unternehmen aus dem kalifornischen Santa Clara hat dieser Tage seine Mitarbeiter informiert, dass sie sich impfen lassen müssen, wenn sie weiterhin Geld bekommen wollen. Bis zum 4. Januar 2022 müssen Intel-Angestellte eine Covid-19-Impfung oder ein Attest über eine Ausnahme vorlegen. Wenn sie das versäumen, werden sie später in einen unbezahlten Urlaub geschickt.

Attest, Prüfung und dann droht Urlaub

Wie die Nachrichtenagentur The Associated Press berichtet, hat Intel Anfang Dezember an seine Angestellten ein internes Memo verschickt, in dem die Personalchefin mitteilt, dass ungeimpfte Mitarbeiter ein Attest vorlegen müssen oder wöchentliche Tests durchführen müssen, und zwar auch dann, wenn sie von zu Hause aus arbeiten.

Die medizinischen und religiösen Ausnahmen sollen bis 15. März 2022 überprüft werden. Wird ein entsprechender Antrag abgelehnt, dann beginnt für die Impfverweigerer am 4. April ein zumindest drei Monate langer unbezahlter Zwangsurlaub. Eine Kündigung ist das nicht, zudem bleiben die Angestellten in dieser Zeit versichert - Lohn sehen sie aber keinen.

Rechtlicher Hintergrund ist eine Richtlinie des Weißen Hauses, die Unternehmen, die für die US-Regierung tätig sind, eine Impfung vorschreibt - allerdings debattieren derzeit die Gerichte, ob das verfassungsrechtlich haltbar ist.
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