Cortana-Team musste Steve Ballmers Namens-Ideen geduldig aussitzen

Christian Kahle, 21.12.2021 08:14 Uhr 27 Kommentare
Feinsinnigkeit bei geschmacklichen Fragen ist nicht gerade etwas, was man dem ehemaligen Microsoft-Chef Steve Ball­mer zu Gute halten konnte. Damalige Mitarbeiter muss­ten schon­mal auf Tauchstation gehen, bis er wieder mit an­de­ren Din­gen beschäftigt war. "Ballmer hatte einen schlechten Produktgeschmack", sagte der ehemalige Microsoft-Produktmanager Sandeep Paruchuri in einem Interview. Dieser war damals unter anderem an der Entwicklung des Sprachassistenten Cortana beteiligt. Dabei habe man laut seinen Aussagen mehrere Einmischungen Ballmers aushalten müssen und es war notwendig, nach Strategien zu suchen, wie sie den Einfluss des Chefs ins Leere laufen lassen konnten.

Denn Ballmer wollte unter anderem unbedingt, dass die Microsoft-Marke ein Bestandteil des Namens ist. Das allerdings hätte dazu geführt, dass der Name des Sprachassistenten schlicht zu kompliziert geworden wäre. Beim Aufruf des Assistenten hätte man den "Microsoft"-Bestandteil des Namens sicherlich auch weglassen können, doch wäre das ganze Konstrukt dann sicherlich verwirrender für die User gewesen.

Bingo!

Das war allerdings noch nicht das Schlimmste: Quasi als Abschiedsgeschenk vor seinem Ausscheiden als Konzernchef wollte Ballmer außerdem noch durchsetzen, dass der Sprachassistent auf den Namen "Bingo" hört. Wie er auf diese Idee kam, ist unklar und wäre lediglich Spekulation. Das Team Paruchuris schaffte es, die Sache einfach auszusitzen, da Ballmer ohnehin 2014, dem Jahr, in dem Cortana startete, seinen Posten als Microsoft-Chef verließ und dann keinen direkten Einfluss mehr nehmen konnte.

Der Sprachassistent bekam so den noch heute gültigen Namen als Referenz an die Spieleserie Halo, die von Microsoft herausgegeben wird. Dort heißt die Künstliche Intelligenz, die die Hauptfigur unterstützt, ebenfalls Cortana. Auch das Design der Integration in das Windows-Betriebssystem ist an das Spiel angelehnt.

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