Intel-Manager: Die Metaverse-Idee ist technisch nicht umsetzbar

Christian Kahle, 17.12.2021 09:21 Uhr 23 Kommentare
Die Facebook-Idee des Metaverse sieht man bei Intel als auf absehbare Zeit ziemlich unrealistisch an. Als kleine Demo mag das, was Konzerngründer Mark Zuckerberg vorhat, durchaus funktionieren - nicht aber in einem Maßstab wie das Social Network des Anbieters. Zuckerberg will mit dem Metaverse im Grunde eine virtuelle Welt schaffen, wie man sie bereits aus verschiedenen entsprechenden Vorstellungen kennt: In einer 3D-Welt können Nutzer hier mit ihren Avataren unterwegs sein und auf alle möglichen Dienste zugreifen. Neu ist das nicht, bisher gab es solche Projekte allerdings eher in kleinerem Rahmen, in dem sich beispielsweise Arbeitsgruppen in einem gemeinsamen Raum trafen.

Zuckerberg schwebt allerdings vor, das Ganze in einem ähnlichen Umfang aufzuziehen wie sein Social Network - also mit Milliarden von Nutzern, die sich in einer gemeinsamen virtuellen Welt zusammenfinden. Laut Intel-Manager Raja Koduri würde dies aber eine Computing-Effizienz erforderlich machen, die etwa beim tausendfachen dessen liegt, was heute verfügbar ist, berichtet das Magazin BusinessInsider.

Komplett-Erneuerung des Internet

Der Leiter der Accelerated Computing Systems and Graphics Group erklärte, dass sowohl die Rechenleistung als auch die Storage-Kapazitäten und auch die Netzwerk-Infrastrukturen noch weit von dem entfernt sind, was man benötigen würde, um diese riesigen Mengen von Nutzern in Echtzeit auf einer solchen Plattform zusammenzubringen.

"Wir brauchen um mehrere Größenordnungen leistungsfähigere Rechenkapazitäten, die mit viel geringeren Latenzen über eine Vielzahl von Geräteformfaktoren zugänglich sind", führte Koduri aus. Es reicht dabei allerdings nicht, einfach bessere Server zu installieren und an der ein oder anderen Stelle Upgrades vorzunehmen. Um diese Fähigkeiten in großem Maßstab zu ermöglichen, müsse die gesamte Infrastruktur des Internets grundlegend erneuert werden. Ob der Nutzen einer Plattform, wie sie Zuckerberg sich vorstellt, diesen Aufwand rechtfertigt, ist allerdings fraglich.

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