Webseite des britischen Verkehrsministeriums bietet Pornos an

John Woll, 29.11.2021 19:05 Uhr 3 Kommentare
Fehlerhafte Konfiguration und mangelnde Sicherheitsmaßnahmen können zu kuriosen Ergebnissen führen. Im Vereinigten Königreich musste jetzt das Verkehrsministerium feststellen, dass auf einer offiziellen Webseite für Statistiken auf einmal ganz andere Inhalte anboten wurden.

Eigentlich bot die Seite mal Statistiken, plötzlich aber nackte Fakten

Eine Website des britischen Verkehrsministeriums (Department for Transport, DfT) war offenbar unbemerkt von den Verantwortlichen durch einen externen Eingriff einer neuen Funktion zugeführt worden. Die Subdomain, über die für gewöhnlich Statistiken für die Öffentlichkeit abrufbar waren, hatte nicht mehr auf kalte Zahlen, sondern nackte Fakten verwiesen. "charts.dft.gov.uk ebnete den Weg für rasanten Verkehr", so Bleepingcomputer scherzhaft in seinem Bericht.

Subdomain des britischen Ministeriums für Verkehr liefert Pornos
Subdomain des 'Verkehrs'-ministeriums (Bleepingcomputer)

Wie die Experten rekonstruieren, hatte das Verkehrsministerium wohl selbst entdeckt, dass man hochoffiziell über die aktuell nur noch wenig genutzte Subdomain auf Pornoinhalte verwies. Die Reaktion: Vorerst wurde das gesamte Webangebot dft.gov.uk vom Netz genommen, um das Problem genauer zu analysieren. Mittlerweile scheint die Ursache gefunden und der Normalzustand der Webseite wiederhergestellt zu sein.

Seite gelöscht

"Eine stillgelegte Seite der Gov.uk-Website des Verkehrsministeriums wurde benutzt", so ein Sprecher des Verkehrsministeriums gegenüber BleepingComputer. "Es sind keine Informationen oder Daten verloren gegangen oder beeinträchtigt worden. Die Adresse der Website wurde inzwischen dauerhaft gelöscht."

Bisher ist noch nicht bekannt, wie es zu der nicht-jugendfreien Weiterleitung kommen konnte, aktuell sind aber zwei Szenarien am wahrscheinlichsten: Ein klassischer Fall von Domain-Hijacking wäre für die Verantwortlichen hier Glück im Unglück, da dies beispielsweise auch durch schlampige Administration alter Cloud-Instanzen möglich wird. Sollte der Angreifer aber den DNS-Eintrag für charts.dft.gov.uk geändert haben, muss das Ministerium wohl die digitale Infrastruktur an sich überdenken.
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