Branchenexperte: Der Halbleiter-Mangel wirkt bei Autos noch lange nach

Christian Kahle am 25.11.2021 10:56 Uhr
Die Automobilbranche wird die aktuellen Engpässe bei der Zulieferung von Halbleitern nicht so schnell überwinden, wie auch in der Industrie so mancher hofft. Denn die Absatzzahlen werden in diesem Jahr noch einmal ordentlich absacken.

Der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research (CAR) prognostiziert den deutschen Autoherstellern laut einem DPA-Bericht für das laufende Jahr einen Absatz von unter 2,7 Millionen Fahrzeugen in Deutschland. Das wären dann noch einmal 8 Prozent weniger als im vergangenen Jahr, als die Corona-Krise den Sektor bereits tief in den Keller schickte. Inzwischen hätte der wichtigste Industriezweig des Landes hier wieder bessere Ergebnisse einfahren können, was aber eben aufgrund der Komponenten-Knappheit nicht möglich war.

Dudenhöffer rechnet nicht damit, dass die Branche einen solchen Tiefschlag schnell wieder überwinden kann. Er geht aufgrund der bisherigen Prognosen für die Entwicklung der Chipindustrie davon aus, dass es erst im zweiten Halbjahr 2022 wieder spürbar nach oben geht. Bis dahin sollten dann auch die wahrscheinlich noch hinzukommenden Folgen der vierten Welle der Corona-Pandemie wieder abflauen. Die Folge sind dann wohl wieder Wachstumsraten im zweistelligen Bereich.

Alles wartet auf Chips

Der Branchenkenner geht aufgrund dessen davon aus, dass die Verkaufszahlen der Autohersteller über das gesamte nächste Jahr hinweg um 10 Prozent steigen werden und somit knapp über die 3-Millionen-Marke kommen. Das setzt natürlich voraus, dass die Zulieferer dann wieder ausreichend Bauteile bereitstellen können.

Aktuell ist Deutschland noch der viertgrößte Automarkt nach China, den USA und Japan. Allerdings dürfte sich das bald ändern. Indien verzeichnet beispielsweise in diesem Jahr ein Wachstum um rund 20 Prozent und dürfte somit bald am hiesigen Markt vorbeiziehen - was angesichts der deutlich größeren Bevölkerung aber auch wenig verwunderlich ist.

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