Lidl & Kaufland holen sich Security mit Mossad-Vergangenheit ins Haus

Christian Kahle am 24.11.2021 16:51 Uhr
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Auf den ersten Blick dürfte es sich um eine der ungewöhnlichsten Übernahmen der letzten Zeit handeln: Der Mutterkonzern hinter Lidl und Kaufland kauft ein IT-Security-Unternehmen, in dem vor allem ehemalige Mossad-Spezialisten arbeiten.

Es handelt sich um die israelische Firma XM Cyber. Die Schwarz-Gruppe, zu der die genannten Supermarktketten gehören, hat bestätigt, dass man die Mehrheit an dem Unternehmen erworben habe. Dies sieht erst mal recht ungewöhnlich aus, da solche tiefgehenden Spezialbereiche des IT-Sektors nicht gerade zum Kerngeschäft des Handelsunternehmens gehören.

Wer allerdings die Entwicklung der Branche genauer verfolgt, dürfte schnell zu dem Schluss kommen, dass der Schritt folgerichtig ist. Denn mit der Akquisition holt sich die Schwarz-Gruppe ausgewiesene Spezialisten in der Härtung von Systemen gegen Angriffe ins Haus. Und ein hinreichender Schutz des Firmennetzes oder der Online-Shops gegen Attacken kann heute bereits einen enormen Wettbewerbsvorteil darstellen.

Warnschuss bei Mediamarkt

Das zeigte sich kürzlich bereits an den Angriffen auf die Elektronikketten Media Markt und Saturn, bei denen verschiedene Einkaufs- und Kundendienst-Optionen vorübergehend nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung standen. Für den stationären Einzelhandel dürfte dies durchaus als deutlicher Warnschuss wahrnehmbar gewesen sein.

Denn wenn beispielsweise bei Lidl und Kaufland die Kassensysteme aufgrund einer Attacke aus dem Netz für Stunden oder gar Tage nicht funktionieren würden, brächte das enorme Verluste mit sich. "Mit der Partnerschaft wappnet sich die Schwarz-Gruppe für künftige Herausforderungen in der IT-Sicherheit", heißt es entsprechend seitens des Handelskonzerns. XM Cyber ist darauf spezialisiert, mögliche Angriffe zu simulieren und Strategien zur Abwehr solcher Gefahren zu entwickeln.

Siehe auch: Media Markt & Saturn von Ransomware-Attacke betroffen, Kassen offline
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