Drogenhandel über Amazon: Manager verstricken sich in Widersprüche

Christian Kahle am 22.11.2021 17:26 Uhr
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Mehrere leitende Angestellte des Handelskonzerns Amazon sind im Zuge eines Ermittlungsverfahrens der indischen Polizeibehörden wegen Drogenhandels beschuldigt worden. Die Plattform selbst soll dabei eine Rolle gespielt haben.

Wie aus einem Bericht der Deutschen Welle hervorgeht, geriet die Geschichte ins Rollen, als die Polizei zwei Verdächtige festsetzte, die über Amazon India unter anderem Marihuana vertrieben haben sollen. Im Zuge dessen wurden auch mehrere Vertreter des Unternehmens befragt, die sich in ihren Aussagen allerdings in Widersprüche verstrickten. Darüber hinaus stimmten sie auch nicht mit den Erkenntnissen überein, die die Ermittler bis dahin gesammelt hatten.

Drei Personen sollen daraufhin für Befragungen vorübergehend in Gewahrsam genommen worden sein und die Beamten versuchen aktuell, mehr über die Vorgänge herauszufinden. Seitens der Polizei wirft man Amazon auch vor, nicht hinreichend mit den Ermittlern zu kooperieren, was das Unternehmen aber zurückweist. Auf jeden Fall versucht die Polizei aktuell die Bestellungen und Auslieferungen von 20 Paketen im Detail zurückzuverfolgen, die von verschiedenen Niederlassungen Amazons in Indien verschickt worden sein sollen.

Es geht um viel

Der ganze Fall ist aber wohl deutlich größer. Seitens der Polizei geht man von rund einer Tonne Marihuana aus, die einen Wert von rund 120.000 Euro hat. Die Anbieter sollen die Ware auf der Amazon-Plattform als Curry- oder Stevia-Gewürz angeboten haben - verbunden mit dezenten Hinweisen, die Eingeweihten zeigten, dass sie hier in Wirklichkeit etwas anderes geschickt bekommen.

Der Vertrieb soll durch ein externes Unternehmen organisiert worden sein, wie es bei Amazon häufig der Fall ist. Daher ist es natürlich gut möglich, dass die ganze Sache völlig unabhängig von Amazon lief - wovon die Beamten wohl anfangs auch ausgingen. Die Aussagen der befragten Manager führten letztlich erst dazu, dass der Verdacht sich auch auf die Plattform selbst ausdehnte.

Update: Amazon hat inzwischen folgendermaßen zu den Vorgängen Stellung genommen: "Berichte, dass Amazon-Führungskräfte im Rahmen dieses Falles verhaftet oder angeklagt wurden, sind falsch und uns ist nicht bekannt, dass Amazon-Führungskräfte in den Ermittlungen genannt werden. Im Gegenteil: Amazon unterstützt die Ermittlungen weiterhin. Es gibt Medienberichte, wonach gegen Drittlieferanten ermittelt wird, aber wir können diese Berichte nicht bestätigen."

Siehe auch: Deutsche Darknet-Drogenhändler, die Käufer abzocken, jetzt verhaftet
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