PlayStation-Chef übt scharfe Kritik an Activision-Boss Bobby Kotick

Witold Pryjda am 18.11.2021 16:07 Uhr
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Activision-Chef Bobby Kotick ist nicht nur CEO eines gebeutelten Publishers, gegen ihn selbst wurden auch schwere Vorwürfe laut. Denn Kotick soll über die Vorfälle in seinem Unternehmen gewusst und diese auch aktiv vertuscht haben. Nun wird der Druck auf ihn immer größer.

Was wusste Bobby Kotick und was unternahm er bzw. nicht? Das sind die zentralen Fragen, die seit dieser Woche an den CEO von Activision Blizzard gestellt werden. Und der Druck wird nicht nur innerhalb des Unternehmens sowie der Öffentlichkeit immer größer, auch wichtige Partner üben immer schärfere Kritik an Kotick und seinem Umgang mit den Vorwürfen.

Nun hat sich auch PlayStation-Chef Jim Ryan dazu zu Wort gemeldet und der Manager von Sony, das zweifellos zu den wichtigsten Partnern von Activision Blizzard zählt, ermahnte Kotick, die Sache ernst zu nehmen. Einen Rücktritt legte Ryan dem CEO zwar nicht direkt nahe, aber in einer Welt, in dem sich Geschäftspartner stets in blumigen Worten überschütten, ist die Wortwahl dennoch überraschend klar und scharf.

Vorwürfe machen Sony "fassungslos"

Wie Bloomberg berichtet, wandte sich Ryan nämlich per Mail an die PlayStation-Mitarbeiter und schrieb, dass er und seine Führungskollegen "entmutigt und offen gesagt fassungslos" gewesen seien, als sie die jüngsten Vorwürfe zu lesen bekommen haben und erfahren mussten, dass Activision nicht genug getan hat, "um gegen eine tief verwurzelte Kultur der Diskriminierung und Belästigung vorzugehen".

Ryan: "Wir haben uns unmittelbar nach der Veröffentlichung des Artikels an Activision gewandt, um unsere tiefe Besorgnis auszudrücken und zu fragen, wie das Unternehmen auf die in dem Artikel aufgestellten Behauptungen reagieren will. Wir sind der Meinung, dass ihre Stellungnahmen die Situation nicht richtig angesprochen haben."

Anleger fordern Rücktritt

Noch direkter wurde eine einflussreiche Gruppe an Activision Blizzard-Anlegern, die SOC Investment Group. Diese forderte Kotick in einem Brief zum Rücktritt auf und gab als Grund an: "Aus neuen Berichten geht hervor, dass CEO Bobby Kotick - im Gegensatz zu früheren Aussagen des Unternehmens - von zahlreichen Vorfällen sexueller Belästigung, sexueller Übergriffe und geschlechtsspezifischer Diskriminierung bei Activision Blizzard wusste."

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